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(Video) 900 000 Euro Mehrkosten und eine Million Euro Einsparungen: Kyllbrücke in Trier-Ehrang teurer, Straße günstiger

(Video) 900 000 Euro Mehrkosten und eine Million Euro Einsparungen: Kyllbrücke in Trier-Ehrang teurer, Straße günstiger

Die neue Kyllbrücke in Ehrang kostet statt geplanten 1,4 Millionen Euro rund 2,3 Millionen Euro. Die Stadtverwaltung bestätigt damit, was der TV am Samstag exklusiv berichtet hat, und betont gleichzeitig die Sicherheit des Bauwerks.

Trier-Ehrang. "Freie Fahrt nach Problemen beim Brückenbau": Der TV-Bericht vom 26. November über den Abschluss der Großbaustellen in Trier-Ehrang hat Wellen geschlagen. Kurzfristig lud die Stadtverwaltung zu einem Pressegespräch am Montagmittag an, um "Fakten und Hintergründe" mitzuteilen. Baudezernent Andreas Ludwig sagte: "Es tut uns leid, dass es aussieht, als läge hier Intransparenz vor. Wir können die Kommunikation sicher noch verbessern."

Die Planungsstufen: Laut Verwaltung hatte ein Ingenieurbüro zunächst eine sogenannte Vorstatik als Basis für die Ausschreibung des Brückenbaus erstellt. Nach der Auftragsvergabe an die Baufirma habe das Büro dann die detaillierte Statik entwickelt. Und dabei habe sich - auch in Zusammenarbeit mit einem Prüfingenieur - herausgestellt, dass ein höherer technischer Aufwand zu betreiben sei, als zunächst angenommen.

Der Mehraufwand: Damit die Stahlträger den noch nicht ausgehärteten Beton während der Bauphase tragen konnten, mussten Querversteifungen in die Konstruktion eingebaut werden. Diese Verstrebungen kosten allein 310 000 Euro. Mit 50 000 Euro beziffert die Stadt die Zusatzkosten für stärkere Strahlträger. Ein Traggerüst verschlang 220 000 Euro. Unvorhergesehene Arbeiten an den Wänden schlagen mit 185 000 Euro zu Buche. "Wir konnten die Brücke technisch nicht anders bauen", betonte Wolfgang von Bellen, Leiter des Tiefbauamts. "Lediglich die Schätzung vorab lag niedriger." Ludwig ergänzte: "Die Statik der Brücke ist absolut in Ordnung. Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung." Der Dezernent sieht daher kaum Chancen auf Schadensersatz vom Ingenieurbüro, denn es sei wohl kein echter Schaden entstanden.

Der zeitliche Ablauf: Bereits im Frühjahr erfuhr die Stadt vom nötigen Mehraufwand. Im Spätsommer stellte sich nach Konsultation eines Fachanwalts heraus, dass es sich dabei nicht um Nebenleistungen handelt, die auf Rechnung der Baufirma gehen, sondern um zusätzliche Leistungen, die die Stadt als Bauherr zahlen muss. In der Bauausschusssitzung am 16. November kündigte Ludwig im nichtöffentlichen Teil an, dass es teurer werde. Für die Dezembersitzung wollte er dann Details bekanntgeben.

Die Finanzierung: Das Land hat signalisiert, 65 Prozent der 900 000 Euro Mehrkosten zu tragen. Die restlichen 315 000 Euro muss die Stadt zahlen. Dabei kommt ihr zugute, dass das neue Teilstück der B 422 in Ehrang etwa eine Million Euro günstiger wurde als geplant. Statt 7,5 Millionen kostet die Straße mit diversen Bauwerken nur 6,5 Millionen. Grund seien günstige Auftragsvergaben und einfachere technische Lösungen etwa bei der Wand zum Mühlengraben.

Die Risse: Mehrere Anlieger der B-422-Baustelle haben sich über Risse in ihren Häusern beschwert. Dezernent Ludwig sagte dazu, die Stadt habe vor Baubeginn den Zustand der Häuser geprüft und lasse nun ein neues Gutachten machen, um auf dieser Basis Gespräche mit den Anliegern zu führen. cus