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(Video) Verkehrsserie - Drei Strecken, drei TV-Reporter, drei Verkehrsmittel: Wer ist der Schnellste durch Trier?

(Video) Verkehrsserie - Drei Strecken, drei TV-Reporter, drei Verkehrsmittel: Wer ist der Schnellste durch Trier?

Fahrrad, Auto, Bus? Wie fährt man in Trier am schnellsten? Drei TV-Reporter haben es ausprobiert. Wer besonders fix war? Hier geht es zur Lösung.

 Den Fahrradhelm auf - und dann ab: Christian Kremer radelt durch Trier.
Den Fahrradhelm auf - und dann ab: Christian Kremer radelt durch Trier. Foto: TV-Foto: Sebastian Grauer
 Ich bin dann mal weg: Roland Morgen fährt mit dem Bus.
Ich bin dann mal weg: Roland Morgen fährt mit dem Bus. Foto: TV-Foto: Sebastian Grauer

Welcher Trierer kennt diese Situation nicht: Während man am Moselufer mit dem Auto im Stau steht und darauf wartet, dass die Ampel endlich grün wird, radelt ein Fahrradfahrer auf dem Radweg locker vorbei. Gleiches gilt in der Parkstraße: Während man dort in der Blechlawine wartet und hofft, endlich in den Verteilerkreis einfahren zu können, fährt der Bus ganz locker auf der eigenen Fahrspur in Richtung Kreisel. In diesen Momenten ist der Biss ins Lenkrad nicht mehr fern, man bereut die morgendliche Entscheidung, das Auto genommen zu haben und nicht das Fahrrad oder den Bus. Doch wäre das wirklich die bessere Wahl gewesen? TV-Redaktionsmitglied Sebastian Grauer hat mit den Reportern Christian Kremer, Roland Morgen und Albert Follmann auf unterschiedlichen Strecken getestet, mit welchem Verkehrsmittel man am besten durch Trier kommt.

Dabei ist Christian Kremer mit dem Rad gefahren, Roland Morgen mit dem Bus und Albert Follmann mit dem Auto. Für Christian Kremer war das keine große Umstellung. Er kommt ohnehin seit Anfang Mai jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit, täglich etwa 14 Kilometer. Roland Morgen ist leidenschaftlicher Busfahrer. Er besitzt kein Auto, dafür aber eine Jahreskarte für das Busnetz der Stadtwerke Trier (SWT). Die Karte kostet 804 Euro jährlich. Albert Follmann bevorzugt das Auto, zumindest für den Weg zur Arbeit. Er wohnt in Föhren und hat deswegen nur eher umständliche Möglichkeiten, mit dem Bus oder dem Zug in die Stadt zu fahren.

So liefen die neun Fahrten durch die Stadt Trier

Kurzstrecke:
Innerhalb von fünf Minuten ist Christian Kremer vom Eingang des Infozentrums, durch den Palastgarten und die Fußgängerzone (es war noch vor 11 Uhr) bis zur Porta Nigra gefahren. Doch auch wenn er nach 11 Uhr den Test gemacht hätte, wäre er zeitlich wohl vor Roland Morgen mit dem Bus gelandet. Morgen steigt an der Haltestelle Stadtbibliothek ein und an der Theodor-Heuss-Allee aus. Von dort legt er zur Porta den Rest zu Fuß zurück. Am Ende braucht er zehn Minuten. Ganz weit abgeschlagen ist Albert Follmann. Der Autofahrer braucht mit Abstand am längsten, um die Kurzstrecke zu fahren: "Ich habe gefühlt eine Ewigkeit gebraucht", gibt er zu, nicht nur gefühlt: Ganze 17 Minuten braucht er, um von den Kaiserthermen zur Porta zu kommen. Die Parkplatzsuche sowohl an den Thermen als auch an der Porta sei hier das größte Problem gewesen und habe mit Abstand die meiste Zeit und das Parken am Ende auch noch Geld gekostet.

Mittelstrecke: Christian Kremer fährt unter anderem über die Konrad-Adenauer-Brücke. "Ich wollte dort eigentlich auf dem Radweg fahren, habe aber die Auffahrt nicht gefunden. Dann bin ich etwa 70 Meter über den Bürgersteig gefahren, was ich eigentlich nicht darf." Roland Morgen fährt von der Hanns-Martin-Schleyer Straße mit der Linie Drei: Sein Ziel ist die Haltestelle Karl-Marx-Haus in der Innenstadt. Den Rest bis zum TV-Service-Center legt er wieder zu Fuß zurück. Dafür braucht er insgesamt 22 Minuten. Der Bus hatte zwei Minuten Verspätung. "Viele kaufen ihre Fahrkarte erst im Bus und nicht wie ich schon vorher. Das kostet Zeit", sagt Morgen. Albert Follmann braucht mit dem Auto lediglich 13 Minuten, bei normalem Verkehr am Freitagnachmittag. Die Parkplatzsuche erübrigt sich, weil er sich auf den Firmenparkplatz stellen kann - normalerweise hätte das Extra-Minuten gekostet und Fahrrad oder Bus wären gleichwertige oder bessere Alternativen gewesen.

Langstrecke: Auf der Langstrecke hat das Fahrrad zeitlich gesehen keine Chance. Für die etwa 20 Kilometer braucht Christian Kremer 58 Minuten. Dabei hat er sich entschieden, einen Teil der Strecke auf dem Moselradweg zurückzulegen. "Der Weg ist schlecht beschildert, ich habe mich einmal verfahren." Auch die Entwässerung des Moselradwegs habe nur schlecht funktioniert. "Da waren überall Pfützen." Nur knapp drei Minuten früher kommt Roland Morgen am Bahnhof in Quint an. Er hat von Quint aus die Linie Drei genommen und ist in der Innenstadt in die Linie Acht umgestiegen: "Ich hatte sieben Minuten Wartezeit." Auch deswegen geht am Ende der Punkt an Albert Follmann mit dem Auto. Für die Langstrecke braucht er lediglich 27 Minuten. "Ich hatte eine bequeme Fahrt", sagt der Autofahrer sichtlich entspannt. Das Parken sowohl in Zewen als auch in Quint sei kein Problem und umsonst gewesen.

Das Endergebnis: Unser Test zeigt, dass gerade für Kurz- und Mittelstrecken das Fahrrad tatsächlich das beste Verkehrsmittel in Trier sein kann. Auch wenn man auf der Mittelstrecke etwas länger mit dem Rad als mit dem Auto braucht. Schaut man nämlich auf die Kosten, liegt das Fahrrad vorne. Es fallen weder Kosten für das Parken noch für die Fahrt an sich an, die einmaligen Anschaffungskosten sind verglichen mit dem Auto auch gnadenlos günstig. Da können der Bus (Fahrkarte) und das Auto (Parkgebühr und Sprit) nicht mithalten. Für die Langstrecke empfiehlt sich in Trier aber ganz klar das Auto. Der Bus hingegen kann allenfalls eine Alternative zum Auto für die Mittelstrecke sein.