Viel Applaus, zu wenig Hefte

Das Weihnachtssingen des Friedrich-Spee-Chors hat in Trier Tradition. In diesem Jahr reichten die Sitzplätze in der Jesuitenkirche bei weitem nicht aus. Unterstützt wurde der Chor bei seinem Konzert durch Solisten und den Mittelstufenchor des Wittlicher Peter-Wust-Gymnasiums.

Trier. 350 Programme hat der Trie rer Friedrich-Spee-Chor für sein Weihnachtssingen in der Jesuitenkirche gedruckt, und obwohl schon schnell nur noch ein Programm für zwei Konzertbesucher ausgegeben wurde, reichten die Hefte nicht aus. Die Konzertbesucher, die erst kurz vor dem "Machet die Tore weit" von An dreas Hammerschmidt die Kirche des Priesterseminars erreichten, mussten ohne Programm auskommen. Eine Viertelstunde vor Beginn gab es trotz der zusätzlichen Bestuhlung keinen Sitzplatz mehr. So nahmen etwa 50 Freunde der Chormusik in den Seitengängen und unter der Orgelempore mit Stehplätzen vorlieb.
Der erste Teil des Abends war sehr traditionell. Unter Leitung von Sebastian Glas sang der Speechor Advents- und Weihnachts choräle von seinem Paten Friedrich Spee ("Der Menschen heil", "Tu auf, du schönes Blut"), Michael Praetorius ("Es ist ein Ros entsprungen) oder "Verleih uns Frieden" von Felix Mendelssohn Bartholdy. Erweitert und ergänzt wurde das Programm durch die exzellenten Solistinnen Leonie Klein am Marimbafon und Dario Dobozy (Blockflöte) sowie durch das Jazztrio Florian Störtz (Saxofon), Marek Götten (Klavier) und Leonie Klein am Schlagzeug. Ebenso wie den erfrischend lebendigen und engagierten Mittelstufenchor hatte Glas diese Akteure vom Wittlicher Peter-Wust-Gymnasium mitgebracht, wo er als Pädagoge arbeitet. Das kräftige Mittun des Publikums bei einigen Chorälen und der sehr lange anhaltende Applaus am Ende zeigten, wie sehr die Einstimmung auf das Weihnachtsfest auch diesmal die Menschen erreicht hatte.