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Viel mehr als nur Gläser voller Honig

Viel mehr als nur Gläser voller Honig

Wenn Studenten zu Imkern werden: Auf dem Gelände der Universität Trier haben Teilnehmer des Projektes Bee.Ed eine Wiese für Bienen angelegt. Das Ziel ist es, auf die Bedeutung der fleißigen Insekten hinzuweisen, den produzierten Honig zu ernten - und das Verhalten der erstaunlichen Tiere zu erforschen.

Trier. Hinter dem Campus II der Universität Trier tummeln sich seit kurzer Zeit mehrere Bienenvölker. Eigens für die Honigproduzenten wurde von Studenten eine Bienenwiese angelegt, deren bunte Blumenpracht von den Insekten rege besucht wird.
Doch Bienen sind weit mehr als nur Honig. "Sie ist das drittwichtigste Nutztier in Deutschland", sagt die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Einweihung des Projekts Bee.Ed und weist auf den ökonomischen Wert der Imkerei hin. Bienen stellen einen Indikator für ein funktionierendes Ökosystem dar - beispielsweise bei der Bestäubung von Pflanzen.
Campus und Co.


Wie wichtig die fleißigen Brummer sind, wollen daher auch die Teilnehmer des Projektes veranschaulichen. So soll Kindern der "Superorganismus" Biene vermittelt werden. Dazu haben Lehramtsstudenten mehrere Stationen erarbeitet, welche den Kindern unterschiedlichste Aspekte nahebringen sollen. Vom Facettenauge über die Honigwaben gibt es allerlei zu bestaunen.
Sam Butterick, selbst angehender Lehrer und Gründer des Projekts, möchte anderen Studenten die Möglichkeit bieten, mitzuarbeiten, um später als Lehrer "nach draußen zu schwärmen und die Kenntnisse, die aus Bee.Ed hervorgegangen sind, weiterzutragen."
Um sich und anderen die intensive Beschäftigung mit den kleinen, gelbgestreiften Tieren zu versüßen, wird der produzierte Honig geerntet und in der Mensa verkauft. Die Erlöse werden wieder in das Projekt investiert. Auch für die akademische Arbeit ist es von Vorteil, ein paar Bienenkästen vor der Bürotür zu haben. "Statt eines Imkerei-Simulators" finden die Forscher reale Bedingungen vor, in denen sie Studien durchführen können. "Erst neulich fand beispielsweise die Universität Würzburg heraus, dass Bienen nach Berufsgruppen getrennt schlafen," sagt Georg Müller-Fürstenberger, Vizepräsident für Forschung. "Das zeigt uns, dass noch viel Forschungsarbeit geleistet werden kann." nhl