Viel mehr Hunde als Personal

TRIER. (rm.) Gegen Hundebesitzer, die ihre Tiere frei auf Äckern und Wiesen laufen lassen, kann die Stadt nur wenig ausrichten. Das geht aus der Antwort von Ordnungsdezernentin Christiane Horsch (DCU) auf eine Anfrage von Karl-Josef Gilles (FDP) hervor.

Karl-Josef Gilles, Ortsvorsteher von Filsch, hatte die Sorge der Jagdgenossenschaft Tarforst/Filsch und von Landwirten zum Anlass für seine Anfrage an die Stadtverwaltung genommen. In den vergangenen beiden Jahren seien allein auf der Tarforster/Filscher Flur zwei Fohlen und zwei Rinder offenbar nach dem Fressen von durch Hundekot verunreinigtem Gras verendet. Die Hundehalter nähmen auch in Kauf, dass gefährliche Krankheitserreger in Fleisch- und Milchprodukte gelangen könnten. Außerdem berichtet Gilles von "professionellen Hundesittern, die mehrfach täglich mit Kleinbussen über landwirtschaftliche Nutzwege auf die Höhe fahren, um dann bis zu acht Hunden auf den Feldern Auslauf zu gewähren und ihre Fahrzeuge rücksichtslos auf den Weiden abzustellen. Zudem hätten schon mehrmals Kampfhunde-Besitzer im Schutz der Morgendämmerung eine Hatz auf Wildtiere ausgelöst; andere Hundehalter machten sich einen Spaß daraus, ihre Vierbeiner hinter Joggern herlaufen zu lassen oder Spaziergänger zu belästigen. Die Stadt steht diesen Auswüchsen relativ hilflos gegenüber. "Die städtische Gefahrenabwehr-Verordnung bietet keine Eingriffsmöglichkeit, da sie nur den öffentlichen Raum schützen kann", erklärte Ordnungs-Dezernentin Christiane Horsch. Die Mitarbeiter des kommunalen Vollzugsdienstes könnten einem Kampfhunde-Treiben über die Höhe "weder von der Ausbildung her noch von der Sach-Ausstattung begegnen. Hier sind vielmehr die Jagdschutzberechtigten gefordert, dies zu unterbinden". Ordnungsamts-Mitarbeiter könnten allenfalls Personalien von Hundehaltern feststellen oder im Einzelfall auf Anzeige von Bürgern hin aktiv werden. Für flächendeckende und regelmäßige Streifengänge fehle aber Personal und damit Zeit, erklärte die Dezernentin.

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