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Viel PS, satter Sound und krasse Optik: Tausende Besucher umschwärmen extravagante Autos und Motorräder beim Tuningtreffen in Trier

Viel PS, satter Sound und krasse Optik: Tausende Besucher umschwärmen extravagante Autos und Motorräder beim Tuningtreffen in Trier

Der erste X-TRa Tuning Day am Sonntag auf dem Ratio-Parkplatz in Trier-Nord ist ein Überraschungserfolg geworden. Rund 400 getunte Fahrzeuge aller Marken und insgesamt einige Tausend Besucher machten das Treffen aus dem Stand zu einer für die Region einzigartigen Freiluft-Motorshow - bis zum Regen am späten Nachmittag.

Das Organisationsteam mit Dennis Joppe, Raiko Heinrich, Daniel Wünsch (alle aus Tawern) und Patrick Mertens (Luxemburg) riskiert viel. Praktisch aus dem Nichts stellen die Freunde mit weiteren Helfern ein Großereignis auf die Beine. Die Resonanz auf ihren Aufruf zum ersten X-TRa Tuning Day ist gigantisch.

Aus den virtuellen 1500 Anmeldungen im sozialen Netzwerk Facebook werden reale Fahrzeugkolonnen und Menschenströme. Auf die Tuninggemeinde ist offenbar Verlass.

"Um 8.30 Uhr wollten schon Fahrer auf den Platz", sagt Joppe - dabei geht es erst um 12 Uhr offiziell los. Zu Stoßzeiten stauen sich die Autos auf der Zufahrt zum Gelände, doch alles läuft recht gechillt ab. Wer mit seinem Auto auf den Platz will, zahlt fünf Euro. Für Fußgänger ist der Eintritt frei.

Poliertes Blech beherrscht heute den Asphalt - nicht nur bei der Siegerehrung der ADAC-Deutschland-Rallye in der Innenstadt. Im Ratio-Parkhaus stehen die angemeldeten VIP-Fahrzeuge des Tuningtreffens. Die restlichen extravaganten Autos und Motorräder werden auf der Freifläche platziert. Die Veranstalter aus Tawern setzen auf Vielseitigkeit - alle Marken sind zugelassen.

"Made in Japan" nennt sich die Luxemburger Gruppe mit ihren neun Autos. Steven Geschwindt (27) stellt seinen knallroten Toyota GT 86 (Baujahr 2014) aus. Blaue Felgen, Stahlkäfig statt Rückbank, Soundanlage im Kofferraum, Schalensitze, Riesenspoiler: "Chassis und Motor sind noch original, aber da steht auch ein Umbau an", sagt Geschwindt, der zusätzlich zum Kaufpreis schon bis zu 15.000 Euro in sein Auto gesteckt hat. "Als Karosseriebauer, Lackierer und KFZ-Mechaniker kann ich alles selber machen."

DJs beschallen den Platz mit fetten Bässen aus riesigen Boxen. Besucher chillen in Cocktail- oder Shishabar und schauen sich die PS-Parade an. Zum Beispiel einen Chevrolet Silverado Pick up mit unfassbaren 32-Zoll-Felgen.
Kurt Roppes (53) aus Oberpierscheid-Philippsweiler (Eifelkreis Bitburg-Prüm) stellt seinen weißen VW Käfer Cabrio 1303 (Baujahr 1973) aus. "Als kleiner Junge haben viele Fahrer den 34-PS-Käfer von meinem Vater überholt. Irgendwann wollte ich an denen vorbeifahren." Über Jahrzehnte hat er seinen Wagen liebevoll perfektioniert: "Wer einmal damit anfängt, hört nicht mehr auf."

Das gilt wohl auch für Sven Hofstadt (28) aus Kirchheimbolanden (Donnersbergkreis). Sein VW Golf IV (Baujahr 1999) hat noble Recaro-Lederschalensitze, vorne Bremsscheiben vom Audi S6, hinten vom Porsche GT3, die Handbremse vom Audi R8. Die 234 PS lassen sich durch Zuschalten von Lachgas auf 314 PS steigern. "Tuning hat mich von klein auf begeistert", schwärmt Hofstadt. "Sich von der Masse abzuheben mit einem Auto, das sonst keiner auf dem Hof hat."

Nach viel Sonne ziehen nach 16 Uhr Regenwolken auf - da ist der Höhepunkt aber schon vorbei. Die Veranstalter wollen in Ruhe Bilanz ziehen und sind offen für Verbesserungsvorschläge, betont Dennis Joppe: "Das Feedback war gut. 2016 wollen wir es gerne noch eine Nummer größer machen."