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Viele Anliegen, großer Gesprächsbedarf

Viele Anliegen, großer Gesprächsbedarf

Mit Aufträgen schwer bepackt hat Andreas Ludwig seine Heimreise aus Tarforst angetreten. Was als Vorstellungsrunde für den neuen Trierer Baudezernenten gedacht war, entpuppte sich beim Ortsbeirat als Arbeitssitzung, die es für den neuen Amtsträger in sich hatte.

Trier-Tarforst. Verständlich, dass Triers neuer Baudezernent, seit Mai diesen Jahres im Amt, nicht auf jede Frage im Ortsbeirat Trier-Tarforst eine passende Antwort parat haben konnte. Aber was Andreas Ludwig (CDU) ganz offensichtlich gelang, war, den Fragestellern aus dem Tarforster Ortsbeirat bei der jüngsten Ratssitzung glaubhaft zu vermitteln, dass ihre Anliegen bei ihm in guten Händen seien. Er werde sich um jedes einzelne Anliegen persönlich kümmern. Das waren dann acht, die der neue Baudezernent am Ende der Sitzung unter dem Vorsitz von Ortsvorsteher Werner Gorges (CDU) mit in das Trierer Rathaus nahm.
Einen Schwerpunkt bei den Beratungen bildete das Ortsteilbudget, denn die Tarforster haben ihr Geld noch nicht komplett ausgegeben. Freuen darf sich der für Tarforst zuständige Löschzug Trier-Irsch über eine Finanzspritze von 3500 Euro für die Anschaffung einer dringend benötigten Einrichtung im neuen Feuerwehrgerätehaus im Irscher Gewerbegebiet.
"Ein bisschen Bauchweh" hatte nicht nur Ratsmitglied Josef Willems (CDU), als es um einen Antrag des Fördervereins der Grundschule ging, damit sogenannte gelbe Füße auf der Straße angebracht werden können, zum Schutz der Schulkinder: Gesamtkosten 1500 Euro, für die der Verein laut Ortsvorsteher in Vorlage getreten war. Zu mehr als 200 Euro Zuschuss konnte sich der Rat aber nicht durchringen. Bauchweh deshalb, so Willems, weil er Bedenken habe bei der Platzierung der gelben Füße und ob die Maßnahme wirklich pädagogisch sinnvoll sei. Wolfgang Schaab (FDP) passte es nicht, dass der Rat mit dem Zuschussanliegen vor vollendete Tatsachen gestellt wurde, sprich es nur noch ums Geldgeben ging. Den Zuschuss vorher zu beantragen sei der bessere, richtige Weg gewesen. Einhellige Meinung der Fraktionen: Bei An- und Abfahrt der Kinder durch die Eltern werde "wie wild" geparkt. Für Marco Marzi (SPD) besteht daher die gefährlichste Stelle an der Schule selbst, eben zu den genannten Elternzeiten. Vom Rat wurde angeregt, bei einer Info-Veranstaltung die Eltern für ihr Bring- und Abholverhalten zu sensibilisieren, letztlich um die Fahrdienste einzuschränken. Sicherheit müsse vor Bequemlichkeit gehen, hieß es im Rat.
Ausgiebig besprochen wurden die Sonnenschutzmöglichkeiten in der Kindertagesstätte Trimmelter Hof. Dem Ortsbeirat war klar, dass die anfänglich angedachte Klimaanlage nicht das Allheilmittel bedeuten könne. Negative Begleiterscheinung: mögliche Erkältungen, wenn es drinnen zu kalt und draußen zu warm ist. Baudezernent Andreas Ludwig favorisierte den Sonnenschutz "von außen". Dieser erziele die beste Wirkung. Sonnenschutzfolien oder Sonnensegel könnten weitere Hilfen darstellen, sagte Ortsvorsteher Werner Gorges.
Vom Rat begrüßt wurde die neue Friedhofsgestaltung, die endlich in die Gänge gekommen sei, freute sich der Stadtteilchef. Wiederholt wurde der Friedhof im Rat behandelt. Gorges geht fest davon aus, dass alle Arbeiten bis Allerheiligen fertiggestellt sein werden. Mit der neuen Gestaltung verfüge Tarforst dann auch über ein Urnengrabfeld. Eine Urnenwand werde ebenfalls noch folgen. Für die älteren, gehbehinderten Besucher wird der Gang zum Friedhof zukünftig leichter: Die Wege werden rollstuhlgerecht ausgebaut - ein Pluspunkt auch für Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, sagte Gorges.
Extra

Der Ortsvorsteher teilte mit, dass es auf absehbare Zeit wohl keine Lebensmittelversorgung Im Treff geben werde, was sehr zu bedauern sei. Beim Thema Feldhüter will der Rat an seiner Forderung festhalten. Ein Feldhüter soll zum Beispiel dafür sorgen, dass Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner entsorgen und die Tiere nicht frei herumlaufen lassen. Das schadhafte Pflaster in der Augustinusstraße ist laut Ortsvorsteher entfernt. Das Asphaltieren der Fläche stehe unmittelbar bevor. Verbesserungen seien angebracht an den Kinderspielplätzen Januarius-Zick-Straße - wie etwa ein Sonnenschutz beim Sandkasten oder durch eine Ruhebank. Stelen mit Infotafeln sollen angebracht werden am Andreasbrunnen und am Sarkbrunnen. Gleiches gelte für die neue Traumschleife "Galgenkopftour" mit einer Infotafel auf der "Naumeter Kupp". Unter anderem kümmern will sich Baudezernent Andreas Ludwig um Glas- und Kleidercontainer an der Einfahrt zum Kunstrasenplatz, Aufstellung weiterer Müllbehälter, Fußweg entlang der Gustav-Heinemann-Straße in Richtung Olewig, Bündelung von Zuständigkeiten bei einem städtischen Amt, Brunnensanierung und um ein gutes Miteinander von Landwirtschaft, Jagd und Freizeitgestaltung etwa durch spazierende Hundehalter. LH