Viele Gäste standen bislang am Panoramabad Leiwen vor verschlossener Tür und sind stinksauer. Eröffnung ist voraussichtlich Ende kommender Woche.

Freizeit : Sommer, Sonne und Frust statt Badespaß

Viele Gäste standen bislang am Panoramabad Leiwen vor verschlossener Tür und sind stinksauer. Eröffnung ist voraussichtlich Ende nächster Woche.

Seit mehr als vier Jahrzehnten zieht Hildegard Wissing ihre Bahnen im Panoramabad Römische Weinstraße auf Zummet in Leiwen. Aber das hat sie noch nicht erlebt:

„Ich stand vor verschlossener Tür. Kein Hinweis, nichts, dass das Schwimmbad geschlossen ist“, sagt die Leiwenerin. Zwei Mädchen hätten an diesem Maitag, der alles bot, was ein Badetag braucht, wartend auf der Treppe ausgeharrt.

Familien hätten bei hochsommerlichen Temperaturen mit Kühltaschen ebenfalls verwundert vor verschlossener Tür gestanden. „Ist es Absicht oder Unfähigkeit der Verantwortlichen der Verbandsgemeinde Schweich, das Schwimmbad nicht pünktlich zur Saison zu eröffnen“, schimpft Wissing.

Auch Elfriede und Helmut Sachsenweger sind traurig, enttäuscht und wütend, wie sie sagen. „Eine Schande. Das schönste Badewetter, aber man kann es nicht genießen, da eines der schönsten Schwimmbäder der Region noch geschlossen ist“, sagt der begeisterte Schwimmer. Seit der Eröffnung 1971 geht er in der Saison täglich mit seiner Frau zum Schwimmen, egal bei welchem Wetter.

Der Meinung von Hildegard Wissing und Familie Sachsenweger haben sich mehr als 30 Bürger angeschlossen und eine Liste mit ihren Namen an den Trierischen Volksfreund gesendet – darunter eine Lehrerin, viele im Namen ihrer Familien und Liebhaber des Bades aus Trier.

Simone Clemens, Pressesprecherin der Landal GreenParks GmbH, ist nicht verstimmt. Im Landal Greenpark Leiwen gebe es so viele Angebote, dass sich das geschlossene Schwimmbad nicht auf die Gäste im Ferienpark auswirke, sagt sie.

Warum sind die Türen zum Bad noch zu? „Der Vertrag mit dem Betriebsleiter war aufgehoben worden“, erklärt Wolfgang Deutsch, Büroleiter der Verbandsgemeinde Schweich. Ohne Schwimmmeister darf ein Bad nicht betrieben werden (der TV berichtete im April).

Ein neuer Betriebsleiter ist inzwischen gefunden und hat laut Deutsch seine Arbeit aufgenommen. Aktuell werden auf Zummethöhe die erforderlichen Auswinterungsarbeiten am Bad mit Hochdruck zu Ende gebracht. Viele Vorbereitungsarbeiten hätten bislang aufgrund Personalmangels nicht so weit vorangebracht werden können, sagt der Büroleiter. Die Verbandsgemeinde arbeite mit den bisherigen Kräften und Saisonkräften. Offenbar ist es schwierig, entsprechendes Personal für das Bad zu finden.

Deutsch sagt: „Im Bereich Kassierer, Reinigungskräfte und Rettungsschwimmer ist die Personalgewinnung oft sehr kurzfristig oder gemachte Zusagen der Kräfte werden von diesen kurzfristig widerrufen.“

Die Eröffnung des Leiwener Schwimmbades sei für das Ende der 25. Kalenderwoche (22. bis 24. Juni) ins Auge gefasst.

Die Bürger seien über lokale Medien über den Zeitpunkt der Eröffnung informiert worden sowie auf der Homepage der Verbandsgemeinde Schweich. Für den Hinweis, dass am Schwimmbad keine Nachricht für Badegäste hängt, bedankt sich Deutsch und sagt: „Wir nehmen dies zum Anlass, dies umgehend zu ändern.“

Der Betrieb der Bäder in der Verbandsgemeinde Schweich verursacht dem Büroleiter zufolge jährlich Verluste von über 600 000 Euro. Zum finanziellen Ausfall aufgrund der späteren Eröffnung des Leiwener Schwimmbades kann Deutsch keine konkreten Angaben machen.

„Auf der einen Seite stehen die Einnahmen aus Eintrittsgebühren im entsprechenden Zeitraum, auf der anderen Seite verminderte Ausgaben insbesondere für Energie- und Wasseraufbereitungsstoffe sowie geringere Personalkosten“, sagt er.

Ziehe man die Zahlen des Vorjahres und aktuelle Gästezahlen des Bades in Schweich heran, hätten in der aktuellen Saison bis heute geschätzt 4000 bis 5000 Gäste das Panoramabad Leiwen besucht.

Darunter Leute aus Leiwen, wie Hildegard Wissing, Elfriede und Helmut Sachsenweger, die sich durch Schwimmen regelmäßig fit halten, Familien mit Kindern, Teenager und Touristen.