Vielfalt und Engagement

Ein voller Erfolg war das zweite Schülertheater-Festival des Theaters Trier. Großes Engagement und große stilistische Vielfalt zeichnete die Produktionen aus, die Schüler für Schüler an zwei Vormittagen auf die Bühne brachten.

 Teil der großen Vielfalt beim Schülertheaterfestival war auch das Schauspiel „Die Physiker“ in einer Bearbeitung des Nikolaus-von-Kues-Gymnasiums Bernkastel-Kues. Hier eine Szene mit Michael Servatius (links, Möbius), Miriam Schuppert (Schwester Monika) und Barbara Brandt (rechts, Einstein). TV-Foto: Anke Emmerling

Teil der großen Vielfalt beim Schülertheaterfestival war auch das Schauspiel „Die Physiker“ in einer Bearbeitung des Nikolaus-von-Kues-Gymnasiums Bernkastel-Kues. Hier eine Szene mit Michael Servatius (links, Möbius), Miriam Schuppert (Schwester Monika) und Barbara Brandt (rechts, Einstein). TV-Foto: Anke Emmerling

Trier/Bernkastel-Kues. (ae) "Wir wollen eine Brücke zwischen Theater und Schülern bauen, sie sollen sich hier zu Hause fühlen", sagt Theaterpädagogin Sylvia Martin zur Zielsetzung des von ihr organisierten Schülertheater-Festivals im Stadttheater Trier. Überwiegend Schulen aus der Region haben es bei seiner zweiten Auflage in diesem Jahr als Plattform genutzt, ihre Theaterarbeit vorzustellen. "Eine enorme stilistische Vielfalt" sowie "sehr motivierte Schüler und sehr engagierte Lehrer" lobt Sylvia Martin, die auch bilanziert: "Im Vergleich zum letzten Jahr waren mehr Grundschulen dabei." Die gingen am ersten der beiden Festivaltage an den Start und sorgten für Furore: "Es war wie bei den Hoch-Zeiten des Weihnachtsmärchens, hier hat richtig das Leben getobt", sagt Sylvia Martin, die angesichts vollen Hauses Besuchsanfragen einiger Schulklassen ablehnen musste. "Ritter Rost und die Hexe Verstexe" in einer lustigen Bearbeitung der Grundschule Hasborn unter Leitung von Michael Höhler lag in der Gunst von 650 jungen Besuchern ganz vorne. Begeisterung erntete aber auch die Cusanus-Grundschule Bernkastel-Kues mit "Der gestohlene Mond" und "Das war Schwein" mit eigens gebastelten Masken. Auch ältere Schüler(innen), überwiegend aus Gymnasien, zeigten anspruchsvolle und ansprechende Produktionen, die umso mehr Wirkung entfalteten, als sie erstmals auf einer so großen Bühne, unter professionellen Rahmenbedingungen und Nutzung theatereigenen Know-Hows gespielt werden konnten: "Da ist ein Podest gezimmert, Ton und Licht abgestimmt worden, unsere Techniker stehen alle voll dahinter", lobt Sylvia Martin. Beachtlich war jedoch vor allem der durchweg engagierte Einsatz der jungen Schauspieler, zum Beispiel in Goldonis "Lügenbold" vom Gymnasium Konz oder "Little May" vom Auguste-Viktoria-Gymnasium Trier. Das Nikolaus-von-Cues-Gymnasium brachte eine dichte Fassung von Dürrenmatts "Die Physiker" und zusätzlich eine englischsprachige Szenenfolge von "Fawlty Towers" auf die Bühne. "Die Schüler haben die Stücke selbst ausgewählt und Regie geführt, mit der Erfahrung, die sie seit der 5. Klasse in der Theater-AG gesammelt haben", erklärte Bärbel Theis, die die AG leitet. Für weitere Höhepunkte beim Festival sorgten die Levana-Schule Schweich mit ihrem preisgekrönten Schattentheater "Geschichte ohne Worte", das vielfarbig die Fantasie beflügelte, und der Jugendclub des Theaters mit Ausschnitten aus der szenischen Collage "Irgendwie Rot". Mitglieder des Jugendclubs trugen auch tatkräftig zur gelungenen Organisation des Festivals bei, dessen dritte Neuauflage schon geplant ist. Voraussichtlich ab kommenden September wird Sylvia Martin wieder dazu einladen: "Wir würden uns freuen, wenn dann noch mehr weiterführende und auch Trierer Schulen dabei wären."

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort