Vier Hände am Klavier

Trier . Ganz der Förderung junger Musiker hatte sich das jüngste Konzert im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum gewidmet. Diesmal bot es eine Plattform für zwei Schülerinnen des Musikgymnasiums Belvedère aus Triers Partnerstadt Weimar.

Die Konzerte im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum sind bekannt dafür, dass professionelle Musiker hier für einen meist leider nur kleinen Kreis von Interessenten ihr Bestes geben. Überwiegend Pianisten gestalten die Abende, die mit viel Geschick vom Förderkreis und seinem künstlerischen Leiter, Professor Wolfgang Manz, veranstaltet werden.Programmatische Lücke ausgefüllt

In diesem Jahr blickte Manz auf die Trierer Partnerstadt Weimar und das dort angesiedelte Musikgymnasium Belvedère. Dieses Institut hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Menschen auf ihrem Weg zur allgemeinen Hochschulreife besonders auf dem Gebiet der Musik zu fördern, wobei eine enge Anbindung an Musikhochschule Franz Liszt einen besonders positiven Einfluss hat. Ursprünglich sollten drei Weimarer Schüler den Abend in der Windstrasse gestalten. Der 18-jährige Friedemann Bender aber hat inzwischen einen Studienplatz an einem englischen Konservatorium erhalten, weshalb er dem Trierer Konzert nicht mehr zur Verfügung stehen konnte. Kein Problem für Nadine Pfennig und Andrea Schütz, die die programmatische Lücke ausfüllen mussten. Eine beachtliche Liste an internationalen Preisen und Auszeichnungen können die beiden 17 Jahre jungen Damen schon vorweisen, wobei die ersten Preise beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" schon fast selbstverständlich wirken. Souverän wirkte das Auftreten der Pianistinnen, die sowohl solistisch als auch als Duo agierten. Pfennig und Schütz erfüllten das Museumsfoyer unter anderem mit Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge in H-Dur, BWV 868, Franz Liszts Konzertetüde "Gnomenreigen" (Pfennig), drei Phantasiestücke aus Opus 12 von Robert Schumann und Frédéric Chopins Scherzo Nr. 1 in h-Moll, Opus 20 (Schütz). Gemeinsam gestalteten sie die Sonate D-Dur, KV 381, von Wolfgang Amadeus Mozart und zwei der acht slawischen Tänze, Opus 72, von Antonin Dvorák. Immer wieder musste man sich in Erinnerung rufen, dass hier zwei Schülerinnen konzertierten, die noch das Recht haben, manchmal mit einem etwas zu harten Anschlag zu spielen, und denen sich die ganze Tiefe einzelner Kompositionen noch gar nicht erschlossen haben kann. Alles, was vielleicht mit aller gebotenen Vorsicht als Mangel bezeichnet werden könnte, machten sie mit einer erstaunlichen Technik wett, die an manchen Stellen kaum noch Wünsche offen ließ. Ohne Einschränkung galt dies auch für die vierhändigen Vorträge, in denen sich die beiden Pianistinnen als ein perfekt eingespieltes Duo erwiesen.

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