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Vier Sprachen erklären Marx-Installation

Vier Sprachen erklären Marx-Installation

Von Marx\' Vorliebe zum Riesling bis hin zu den Widersprüchen seiner Theorie zur DDR-Ideologie: Die 50 Seiten starke Broschüre zur Karl-Marx-Installation des Konzeptkünstlers Ottmar Hörl informiert in vier Sprachen über die Ausstellung.

Trier. 25 000 Informationsbroschüren hat Künstleragent Christoph Maisenbacher zur anstehenden Karl-Marx-Installation des Konzeptkünstlers Ottmar Hörl in den Druck gegeben. Die Ausstellung mit 500 Karl-Marx- Skulpturen um die Porta Nigra eröffnet am Sonntag, 5. Mai. Das 50 Seiten starke Begleitheft informiert sowohl einheimische Besucher als auch ausländische Touristen in den Sprachen Chinesisch, Französisch, Englisch und Deutsch zur Installation. Die Hefte liegen demnächst in Geschäften der City-Initiative, der Tourist-Info, im Rathaus sowie bei Sponsoren der Installation aus. Neben einem Grußwort des Oberbürgermeisters Klaus Jensen erwarten den Leser auch wissenschaftliche Texte verschiedener Autoren.
Dr. Stefan Wolle, Wissenschaftlicher Leiter des DDR Museums in Berlin, setzt sich mit Marx als Pflichtlektüre in der DDR auseinander. "Die Textpassagen, welche die Dozenten für Marxismus-Leninismus als Pflichtlektüre voraussetzten, waren in den Werken durch zahlreiche Unterstreichungen gekennzeichnet. Was aber boten die ungelesenen, blütenweißen Seiten, die keine Pflichtlektüre waren? Vor allem einen Haufen Widersprüche zur herrschenden SED-Ideologie."
Der Beziehung von Marx zum Wein widmet sich die Broschüre ebenfalls. Im Karl-Marx-Museum erhaltene Briefe des Nationalökonomen offenbaren seine Vorliebe zum Riesling. Am 17. Mai 1870 schreibt Friedrich Engels in einem Brief an Marx: "Endlich finde ich, dass mein 1857er Rüdesheimer jetzt gerade in der Periode ist, wo er getrunken werden muss, und dazu brauche ich deine Hilfe." Zudem besaßen Marx\' Eltern Heinrich und Henriette Anfang des 19. Jahrhunderts Parzellen eines Weinbergs in Mertesdorf an der Ruwer, die sie zum Eigenbedarf bewirtschafteten.
Worte zur chinesischen Interpretation von Marx stiftet der Kurator Richard Zhang aus Peking. Den Bezug zur aktuellen Ausstellung des Stadtmuseums Simeonstift Trier verdeutlicht Direktorin Elisabeth Dühr. Zu sehen sind Porträts des Nationalökonomen aus einem Zeitraum von fast anderthalb Jahrhunderten. Dühr: "Hörl könnte Impulse setzen für eine aktuelle Auseinandersetzung mit der Person und dem Werk von Karl Marx." cmo
Extra

Am Dienstag, 30. April, eröffnet bereits ein Informationspavillon hinter der Porta Nigra zur öffentlichen und frei zugänglichen Ausstellung des Konzeptkünstlers Ottmar Hörl. Am Donnerstag, 2. Mai, treffen die 500 Figuren in Trier ein und werden von einem Aufbauteam rund um die Porta Nigra und auf dem Simeonstiftplatz installiert. Am Sonntag, 5. Mai, eröffnet Ottmar Hörl die Ausstellung, die bis Sonntag, 26. Mai, läuft. Ein Wachschutz soll die Skulpturen in der Nacht vor Vandalismus und Diebstahl schützen. cmo