Vier Tage Dampfspektakel in und um Trier

Verkehr : Augen auf fürs große Dampfspektakel in der Region Trier

Der Anblick alter Loks in Aktion verzaubert  die Menschen. Bis Dienstag fahren historische Züge durch die gesamte Region. Zehntausende Schaulustige werden dazu erwartet.

Die Ziffernfolge 01, 03 oder  78 lassen die Augen von Eisenbahnfans leuchten. Womöglich könnten sie bei der Pressekonferenz zum Dampfspektakel 2018 den Worten der Protagonisten nicht konzentriert lauschen. Denn die nur wenige Meter entfernt stehenden historischen  Loks der so benannten Baureihen ziehen unweigerlich die Blicke auf sich. Qualm steigt aus den Schornsteinen der schwarzen Stahlkolosse auf. Sie stehen unter Dampf und werden für das viertägige Großereignis vorbereitet, das am heutigen Samstag in den frühen Morgenstunden startet.

„Es wird ein ganz besonderes langes Wochenende für Trier und die ganze Region“, glaubt Thomas Geyer. Der Direktor des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz (SPNV) Nord hatte gemeinsam mit dessen Vorsitzenden Michael Lieber, Vertretern der Verkehrsministerien Rheinland-Pfalz und Saarland sowie dem Geschäftsführer des für die Fahrzeuge und Personal an diesen vier Tagen verantwortlichen Verkehrsunternehmens IGE in das Bahnbetriebswerk nach Trier eingeladen, um für die Veranstaltung zu werben.

Dampfspektakel Region Trier 2018

Zuletzt waren die schnaufenden und stampfenden Loks vor acht Jahren in der Region zu Gast. Inzwischen bietet in Rheinland-Pfalz neben Trier nur noch  das Betriebswerk Neustadt die Infrastruktur, um neben modernen Zügen auch die mehr als 100 Jahre alten historischen Fahrzeuge warten zu können. Dass dies dennoch nicht ohne umfassende Vorbereitung und logistische Organisation funktioniert, zeigen die riesigen Transporttaschen, die zu Dutzenden auf dem Gelände neben den Schienen stehen. In ihnen lagert die Kohle für die hungrigen Feuer der klassischsten aller Triebwagen.

Dass auch bei der sechsten großen Nostalgieveranstaltung dieser Art seit dem Jahr 2000 wieder mehrere 10 000 Menschen als staunende und fotografierende Schaulustige an den Strecken stehen werden oder auf mindestens einer der 130 Sonderfahrten in der ganzen Region in den ebenfalls historischen Waggons mitfahren werden, steht für die Organisatoren außer Zweifel, zumal der Vorverkauf der Tickets bereits gut gelaufen ist. „Von dem erhofften Einnahmen in Höhe von 200 000 Euro haben wir bereits 120 000 Euro umgesetzt“, sagt Geyer. Kurzfristig sei es dennoch problemlos möglich, noch Tickets zu bekommen (siehe Info). Insgesamt ist die viertägige Veranstaltung mit einem Kostenbudget von 800 000 Euro angesetzt. Der Kohleverbrauch und andere Unwägbarkeiten sind nach Aussage des SPNV Nord-Direktors als Kostenvariable eingeplant.

Damit in den vier Tagen des Dampfspektakels auf allen Strecken der Region aber keine teuren technischen Pannen passieren, kümmern sich auch die Mitglieder der Eisenbahnvereine, die mit ihren Loks und historischen Zügen bis zu zwei Tage aus Sachsen, Bayern, den Niederlanden und sogar der Schweiz nach Trier angereist sind. In Kürenz bringen sie, zum Teil in historisch korrektem Outfit, die Fahrzeuge für den bevorstehenden Dauereinsatz auf Hochglanz. Da wird geölt und poliert, gewartet und auch mal gestöhnt. „So ein Hobby kann ganz schön anstrengend sein“, meint einer der 100 engagierten Bahnnostalgiker, als sich der Tross der Journalisten am Freitag die dampfenden Kolossen näher ansehen darf. Seinen Namen will er nicht nennen, aber als er im Führerstand dann die Klappe öffnet und den Blick in die Feuerkammer freigibt, zeigt seine Miene Freude und Stolz

Dampfloks werden für das Dampfspektakel im Betriebswerk Trier geputzt und gewartet. . Foto: Friedemann Vetter
Spektakuläre Bilder mit historischen Zügen werden in den nächsten vier Tagen in der ganzen Region zu sehen sein. Foto: Friedemann Vetter

Den kann auch Thomas Nilles, Leiter des Bahnbetriebswerks in Trier-Kürenz nicht  verbergen. „Wir haben hier zwar eine Woche Ausnahmezustand. Aber es ist schön, wenn wir bei uns die historischen Loks neben den modernsten Zügen in Rheinland-Pfalz sehen, die wir hier im Werk warten.“

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