Viez-Jupp

Ich weiß ja nicht, wie das bei Ihnen zu Hause abläuft, liebe Leser. Bei uns, also meiner Bärbel und mir, ist das alles ganz einfach.

Was sie sagt, das mache ich. Meistens sofort. Jupp, mein Auto ist sehr dreckig. Die Tür zum Gästeklo klemmt. Die Terrasse ist voller Laub. Der Mülleimer läuft über. Ich höre und gehorche. Glauben Sie mir - es ist besser so. Aber unser Multi-Dezernent Thomas Egger macht das offensichtlich anders. Nicht zu Hause, das ist natürlich sein niemanden etwas angehendes Privatleben, sondern im Amt. Da redet er immer mal wieder von Dingen, die er unbedingt machen will. Und wenn man dann mal kurze Zeit später, etwa ein halbes Jahr, nachfragt, was denn daraus geworden ist, dann lautet die Antwort des öfteren: Nix. Zum Beispiel wollte der Herr Dezernent den Weihnachtsmarkt neu regeln. Die Stadt sollte selbst bestimmen und Regie führen. Sogar einen Beirat hat er gegründet. Und was ist aus alldem geworden? Genau. Nix. Wäre ich mit der Umsetzung von Bärbels Anweisungen so langsam, hätte ich Dauerkontakt mit dem Nudelholz. Also rechnen wir mal besser nicht damit, dass sich am Weihnachtsmarkt viel ändern wird. Das ist mir auch ganz recht so. Sonst werde ich am Ende noch gezwungen, Glühviez oder irgendeine andere Abnormität zu trinken. Ich wünsche ein schönes Wochenende und muss jetzt weg. Bärbel ruft nach mir.