Viez-Jupp

liebe Leute, wer von Euch geglaubt hat, mich heute Mittag in der Fußgängerzone zu treffen und mit mir plauschen zu können, den muss ich enttäuschen. Der dritte Adventssamstag gehört ja bekanntlich zu den vier umsatzstärksten - selbstredend mit dem entsprechenden Andrang.

Und den Stress tu ich mir nicht an. Erst letzten Samstag bin ich in das Getümmel geraten, weil ich den Schock über die Eintracht-Heimspielniederlage mit Glühviez therapieren wollte. Doch auf dem Fußweg von der Porta bis zum Hauptmarkt brauchte ich eine geschlagene Viertelstunde, weil es kein Durchkommen gab. Nix gegen viel Betrieb. Aber manche Leute verhalten sich ganz schön sperrig, oder sind es auch, ums mal vorsichtig auszudrücken. Meine Bärbel hat mir leider verboten zu schreiben, dass mich manche Rückansichten an Brauereipferde erinnern, die ich noch in meiner Kindheit erlebt habe. Ich sollte mich doch lieber konstruktiv äußern. Okay, tu ich. Ich schlage also vor, die Haupteinkaufsstraßen in Zonen zu unterteilen. Ganz wichtig ist eine Überholspur für Leute, die es besonders eilig haben. Dann brauchen wir eine Zone für die umfangreicheren Mitmenschen, in der sie sich nach ihrem eigenen Rhythmus tummeln können. Nicht zu vergessen Sonderbereiche für Spontanentschleuniger, Abrupt-Stehenbleiber, Plötzlich-mit-dem-Rucksack-auf-dem Rücken-Umdreher und Unbedingt-im-Rudel-nebeneinander-gehen-Müsser. Ach ja, und natürlich für Radfahrer in der Fußgängerzone. Wenn wir das hinkriegen, dann haben sogar Leute mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen im Advent eine Fortbewegungschance in der City. Und ich komme ohne großen Zeitverlust an meinem Glühviez. Prost!