Viez-Jupp

Es geht wieder los. Sie kommen aus allen Ecken, repräsentieren jede denkbare politische Richtung und zielen alle auf einen möglichst bombastischen, werbewirksamen Auftritt.

Sie werden alle viel erzählen über Politik, Investitionen, Wirtschaft und Kultur. Sie werden andere Redner mitbringen, die ebenfalls viel erzählen. Ich spreche natürlich von den Kandidaten für die Bundestagswahl 2017. Es ist ja völlig in Ordnung, wenn man gerne in den Bundestag gewählt werden möchte. Und natürlich ist es auch völlig in Ordnung, wenn nicht jeder einfach mal so Kandidat werden kann. Aber der Prozess der Kandidatenfindung ist ein sehr langatmiges Geschäft. Vor allem für jeden politisch Interessierten, der sich das wirklich ansehen will. Da wäre zuerst einmal die Nominierung. Die steht uns jetzt bevor. Die großen Parteien werden zu diversen Veranstaltungen einladen, in deren Verlauf ein Auserwählter berufen werden soll. Dieser Auserwählte wird dann viel von sich und seiner Politik erzählen und darlegen, was alles besser werden muss. Wahrscheinlich hat er noch einen Stargast dabei, einen Staatssekretär oder sogar Minister. Der wird dann auch erzählen, was alles besser werden muss. Und das ist nur die Nominierung. Der harte Wahlkampf hat dann noch nicht einmal begonnen. Der positive Effekt ist natürlich, dass wir bis zur Wahl genau wissen werden, was alles besser werden muss. Aber mal ehrlich, Spaß macht das alles nicht. Zu viele salbungsvolle Reden von zu vielen wichtigen Menschen. Ich erkläre deshalb jetzt und hier meine Kandidatur. Ich verspreche, keine Reden zu halten und keine Minister mitzubringen. Stattdessen gibt es Viez und Lyrik in Trierer Mundart. Ein Sieg ist mir sicher. Schönes Wochenende!

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