Viez-Jupp

Letztens meinte Viezbruder Heinz, die Tochter seines türkischen Kumpels aus Konz habe einen Bremer mit bayerischen Wurzeln geheiratet. Das sei doch ganz toll multikulti.

Das ist ja noch gar nix, erwiderte ich. Multikulti kann noch viel toller sein. Nämlich wenn im Auftrag einer Veranstalterfirma aus Mannheim eine rumänische Kolonne mit in Brandenburg produzierten Werbeplakaten der "Afrika! Afrika!"-Shows, ersonnen von Aktionskünstler André Heller (Österreicher), in zwei illegalen Nacht-und-Nebel-Aktionen Trier zuballert, versehentlich auch Plakate für "Afrika! Afrika!"-Veranstaltungen in Saarbrücken (Stadt nahe Frankreich) aufhängt, aber bemerkenswerterweise die Mohrenkopfstraße verschont. Tja, meinte Heinz, das sei die hässliche Fratze der Globalisierung. Recht hat er. Und nachhaltig ist der Quatsch leider auch noch. Denn "Afrika! Afrika!" in der Arena Trier ist schon zwei Wochen passé, aber hunderte Plakate hängen weiterhin. Aber nur noch an privaten Zäunen und Geländern. In der Eurener Straße, in der Kürenzer Straße, in der Petrusstraße. Hunderte andere, mit denen in der ersten Plakatierungswelle Anfang Dezember Altstadt und Fußgängerzone verunstaltet worden sind, hat das zuständige Tiefbauamt schon wenige Tage später kostenpflichtig entfernen lassen - und noch keinen müden Cent von den Mannheimer Pappenheimern gesehen. Weil die nicht zahlen wollen, geht die Chose vor Gericht. Da nicht davon auszugehen ist, dass unsere rumänischen Freunde wiederkommen und die noch hängenden "Afrika! Afrika!"-Plakate alle einsammeln, werde ich - wenn ich den Lotto-Jackpot knacke - den Spieß umdrehen. Nämlich die Plakate abhängen und damit die Anwesen der Verantwortlichen in Mannheim verunstalten lassen. Sollen die sich doch selbst mal schwarz ärgern! Prost. Weitere Kolumnen: www.volksfreund.de/kolumne