Viez-Jupp

Der Trierer an sich ist ja weltgewandt. Und so haben mich jüngst meine Schritte ins nähere Ausland gelenkt - nach Kürenz.

Dort bin ich mit meinem Bekannten Klaus einen trinken gewesen. Das war anfangs nicht schön. Denn Klaus hatte Sorgen. Sein Enkel geht kommendes Jahr in die Schule. Doch die Kürenzer Quäst müssen ja nach Nord in die Schule, während die aus Ost nach Kürenz gehen. Das findet Klaus nicht gut. Am Ende ist es dann doch noch ein vergnügter Abend geworden. Denn in Klausens Fall ist guter Rat nicht allzu teuer. Ich kenn\' nämlich jemand, der im Gartenfeld ein Haus besitzt. Und nun haben die Eltern von Klausens Enkel eine Wohnung in der Kronprinzenstraße gemietet. Zwar nur auf dem Papier, denn sie bleiben weiter in der Domänenstraße wohnen. Denn Trier-Ost können sich normale Trierer eigentlich sowieso nicht leisten. Doch Papier ist geduldig und erfüllt seinen Zweck. Der Biwak aus Kierenz ist nun nämlich offiziell ein Trier-Ost-Kind und darf somit in Kürenz in die Schule gehen. Problem gelöst, Abend gerettet. Und die Stadt hat auch noch etwas davon. Denn nun müssen die Eltern von Klausens Enkel Zweitwohnungssteuer zahlen. Inzwischen sollen weitere Kürenzer auch die letzte Garage in Ost mieten wollen, damit ihre Kinder als trojanische Trier-Oster wieder in ihrem Stadtteil Kürenz in die Schule gehen können. Wenn das Schule macht, sind die klugen Ideen der Stadträte für die Bildungspolitik irgendwann genauso viel Wert wie die Vorschläge des für viel Geld beauftragten Schulplaners, die in irgendwelchen Schubladen vor sich hinschimmeln. Diese und weitere Kolumnen finden Sie im Internet unter www.volksfreund.de/kolumne