Viez-Jupp

Erst Konstantin. Dann Nero.

Plötzlich Marx. Und jetzt auch noch Petrus! Was sich da alles in uns schöner Trier tummelt, hat zweifellos Weltniveau. Ich kann mich noch gut an den weißen Riesenfuß von Kaiser Konstantin 2007 im Rheinischen Landesmuseum erinnern. Verdammt schwer, in diese Fußstapfen zu treten. Doch Kaiser Nero hat's geschafft. Bald 200 000 Besucher in der Trierer Sonderausstellung - Respekt! Wobei mich auch die originellen Begleitprodukte von der feurigen Salami über die leckere Praline bis zu extralangen Nero-Streichhölzern fasziniert haben. Nero-Büsten gibt's ja auch in allen Farben und Größen. Über Karl den Großen - pardon, den Roten - hab' ich mich an dieser Stelle schon vor einer Woche ausgelassen. Das Warten auf die neue Marx-Figur aus China wird uns versüßt durch einen anderen alten Bekannten: Petrus ist wieder da! Hurra! Und zwar nicht nur auf dem Petrusbrunnen am Hauptmarkt. Mehr als 70 Jahre lang war die Skulptur verschollen, die früher am alten Rathaus am Kornmarkt stand. Kein Wunder, dass Petrus nach seiner wundersamen Rückkehr aus dem französischen Exil erst mal eine Frischzellenkur gebraucht hat. Dank sei der Trier-Gesellschaft und dem Stadtmuseum. Jetzt blickt der weise Stadtpatron mit Locken, Vollbart und dem Stadtschlüssel in der Hand vor dem Rathaussaal auf die Besucher. Unser Stadtrat kann Beistand von oben gut gebrauchen. Was nützt die modernste Technik zum Abstimmen, wenn kein Geld zum Ausgeben in der Stadtkasse liegt? Fürs Wochenende zitiere ich mal einen frommen Wunsch der Leiendecker Bloas: Peeetrus, hol de Wolke rin. Petrus, mei Hemdschie laft sons in. Petrus, dat wär en schönen Zuch. Petrus, bring uns Sonneschein, mir hade Rän genuch.

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