Viezjupp : Erna ist schuld!

Wohl dem, der einen ausreichend großen Viezvorrat hat. Denn es wird wieder gehamstert, als ob ab Montag nur noch einlagiges Toilettenpapier in den Regalen stehen würde. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es auch im November dreilagiges Papier und auch ausreichend Apfelgetränk geben wird.

Doch die Kneipen müssen schließen. Und das ist schlimm. Nicht, dass sich da viele Leute mit dem blöden Virus angesteckt haben. Das spielt bei diesen Lockdowns keine Rolle. Denn als im Frühjahr alles dicht war, wurden auch Kindergärten und Schulen geschlossen, obwohl die wahrlich keine Brutstätten der Ansteckung sind. Eine solche Brutstätte ist eher meine Nachbarin Erna, beziehungsweise deren Geburtstagsfeier. Da hatte man erst viel Spaß beim Singen, Tanzen und bei der herzlichen Umarmung zum Abschied. Und kurze Zeit später dann ein positives Testergebnis. Schade übrigens, dass das Gesundheitsamt immer nur verkündet, wenn ein positiv getestetes Kind die Schule X oder die Kita Y besucht. Denn genau so gut könnte man ja dazuschreiben, das zwei Infizierte bei der Schreinerei Bohlenjupp arbeiten oder gemeinsam in der dritten Mannschaft von Fortuna Gartenfeld spielen. Oder dass sie bei Erna Geburtstag gefeiert haben. Womit wir wieder bei der Kneipe wären. Denn da war ich mit meinen Kollegen, während die Frauen bei Erna die Köpfe zusammensteckten. Und weil kurz nach Erna erst Ulla und dann Christa feiern, könnten wir ja eigentlich auch wieder feiern. Gemeinsam. Im Hobbykeller. Sieht ja keiner, sagt ja keiner was. Passieren kann da auch nichts, denn es ist ja keine Kneipe. Und Erna haben wir noch nie zum Viez eingeladen.