Kolumne : Petrus und Männer mit Maske

Ein Mann erklimmt den Petrusbrunnen, traut sich nicht mehr runter und muss von der Feuerwehr gerettet werden. Kaum war am Donnerstagabend diese Nachricht via volksfreund.de publik geworden, bimmelte bei mir unablässig das Telefon.

„Jupp, das warst doch bestimmt Du?!“ Großes Ehrenwort beim Barte des Stadtpatrons: Nie und nimmer käme ich auf die Idee, mich auf diese Weise auf Augenhöhe zu Petrus zu begeben. Nicht, dass ich ihm dieses Vergnügen verwehren wollte. Aber das sind sechseinhalb Meter, und ich fühle mich erst nach fünf Porzen Viez einigermaßen schwindelfrei. Wenn also der olle Zausel was von mir will, dann soll er runterkommen.

Wenn also nicht auf dem Hauptmarkt (und notgedrungen auch nicht in meiner Stammkneipe) – wo war ich denn dann am Donnerstagabend? Daheim auf’m Klo, Zeitung gelesen. Ja, in jenem Raum, den Bärbel sonst stundenlang okkupiert zwecks Schminken oder Entschminken. Diese zeitraubenden Rituale entfallen, so lange Madame außer Haus Maske trägt. Apropos Mund-Nase-Bedeckung: Letztens stand ich (mit Eintracht-Maske) im Bus einem Mann mit Borussia-Dortmund-Maske gegenüber. Der schaute mich völlig entgeistert an. Da sagte ich gönnerhaft: „Nicht neidisch sein. Irgendwann seid ihr bestimmt auch mal wieder Spitzenreiter.“ Prost!