Viezjupp: Hansestadt im Schilderwald

Kolumne : Hansestadt im Schilderwald

„Trier muss Hansestadt werden!“ Endlich mal ein vernünftiger Wahlvorschlag, den die Partei Die Partei am Donnerstag auf dem Viehmarkt plakatiert hat. Stellen Sie sich das doch mal vor! Hansestadt!

Immer eine kühle Brise, Fischbrötchen satt, und vielleicht hätte dann die SPD ja sogar die Chance, im Stadtrat wieder auf mehr als 15 Sitze zu kommen. Und ganz ehrlich: Soooo viel unrealistischer als so manches Wahlversprechern anderer, seriöser Parteien ist das mit der Hansestadt auch nicht. Busfahren gratis. Schulen und Sporthallen sanieren und zwar alle und möglichst sofort. Billig wohnen – aber ohne, dass beim Brubacher Hof neue Wohnungen gebaut werden dürfen. Schon klar.

Meine Lieblingsnachricht der Woche kam allerdings aus dem Trierer Rathaus. Dass die als Radweg geplante und versprochene Spur entlang der Loebstraße zunächst als Gehweg ausgeschildert werden musste, lag also daran – und jetzt halten Sie sich fest! – dass im deutschen Verkehrsschilderwald kein besser geeignetes Schild zur Verfügung gestanden hat.

Ha! Jetzt wissen die immer meckernden Radler in Trier endlich, woran’s liegt, dass sie trotz millionenschweren Ausbaus der Loebstraße dort bislang nur im Schritttempo unterwegs sein durften!

Aber die Zeiten ändern sich. Des Deutschen liebstes Kind wird ja auch bald statt mit Diesel mit Öko-Strom gefüttert. Diese Hoffnung konnte man zumindest schöpfen, wenn man sich am letzten Sonntag, dem Tag der Elektromobilität, auf dem Viehmarkt umgeschaut hat. Alles so schön neu, alles so modern!

Alles? Nein, eine Sache bleibt trotz technischen Fortschritts und weniger Diesel: Präsentiert wurden die neuen Autos nämlich von – nochmal festhalten alle! – Frauen in hohen Schuhen und knappen Kleidern.

Da bleibt einem ja fast nichts anderes übrig als der Griff zur Porz. Prost!

Mehr von Volksfreund