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Viezjupp schwadroniert über die Staus in Trier

Kolumne : Wir fahr’n, fahr’n, fahr’n ...

Mein Enkelchen Franz Josef Theodor Nikolaus Maximilian macht den Führerschein. Das finde ich so toll, dass ich ihm jeden Monat 50 Euro für seine Fahrstunden zustecke.

Gut investiertes Geld für die Zukunft ist das. Bald brauche ich abends von meinen Treffen mit den Viezbrüdern nicht mehr zu Fuß nach Hause zu gehen, sondern Franz Josef Theodor Nikolaus Maximilian holt mich ab.

Jetzt hat mir mein Enkel erzählt, dass sein Fahrlehrer eine neue Lieblingsroute durch Trier hat. Neuerdings würden sie immer durch Kürenz, durch die Domänenstraße fahren und dann rechts ins Avelertal abbiegen. „Aber da ist doch immer Stau?!“, habe ich ihn gefragt. Eben, meinte mein Enkelsohn. Das sei ja das Tolle. Richtiges Großstadtfeeling habe er dabei, fast so, als wäre er in London oder New York oder Paris unterwegs. Und wenn er als Fahrschüler dann den Motor nach dem zehnten Stopp mal abwürgte, würde der Stau halt noch ein bisschen länger. Aber das falle eh keinem mehr auf.

Gestern hing er fest. Im Avelertal. Irgendwie bekam Franz Josef (mein Kosename, weil Kurzform) es nicht so richtig hin, das mit dem Anfahren am Berg. In dem Moment, wo er die Handbremse löste und die Kupplung kommen ließ, ging der Motor aus. Das passierte dann so etwa fünfmal hintereinander. Die Kolonne hinter ihm hupte wie nach einer gewonnenen Fußball-WM. Doch der Fahrlehrer sagte wohl nur ganz cool: „Lass dich jetzt bloß nicht aus der Ruhe bringen.“

Als ein paar aufgebrachte Autofahrer schließlich an die Scheibe klopften, war es Aus mit der moselländischen Gelassenheit. Während das Gesicht des Fahrlehres eine rote Färbung annahm, prallten Beschimpfungen wie Dau Dilpes, Dau Pitter, Dau Taopert an Franz Josef Theodor Nikolaus Maximilian ab. Im Gegenteil, sie motivierten ihn so, dass er plötzlich zuviel Gas gab und davonschoss, der Schlawiner. Die Gesichter hätte ich gerne gesehen. Mein Enkelchen ist eben ganz der Opa.

Ein schönes Wochenende wünscht Euch, Euer Viezjupp