Kolumne : Kulturaktien von eurem Viezjupp

Jetzt hat mein alter Kumpel Horst Schmitt seine neuen Kulturaktien vorgestellt. „Trier 100“ und „Trier 1300“ heißen die beiden Motive. Sie sehen ja ganz schön aus, aber ich finde das Ganze zu geometrisch und ab­strakt.

Ich muss bei Bildern immer auf einen Blick erkennen können, um was es geht: also eine Vase mit rotem Klatschmohn, ein Seerosenteich, Frauen, die lächeln oder schreien, schöne Porträts, egal von wem – und dann die großen bunten Abendmahlszenen. Eigentlich bin ich da schon sehr flexibel.

 Schmitt hat ja auch diese fabelhafte Kolumne im Volksfreund: „Trierisch balaawern“. Ich lese sie jede Woche und denke stets: Schmitt, du bist Bombe! Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: „Jupp“, sagte ich zu mir: „Jupp, warum malst du nicht mal eine Kulturaktie?“ Als Kolumnist des Trierischen Volksfreundes hätte ich da bestimmt allerbeste Chancen. Und bestimmt, ja ganz sicher, würden viele Trierer meine Interpretationen von „uns schöner Trier“ kaufen wollen.

Die Motive habe ich schon deutlich vor meinem geistigen Auge: Globus inmitten der Zewener Obstfelder. Der rauchende Römer-Express vor der Porta Nigra. Grüne Frauen mit weißen alten Männern, oder waren es alte weiße Männer? Egal! Ein Baustellenpanorama darf natürlich auch nicht fehlen – da stelle ich mir eine Art Wimmelbild vor. Und dann das neue Idyll am Trierer Moselstrand, und ich mittendrin mit einer Currywurst in der linken und einer Porz Viez in der rechten Hand.

Natürlich würde ich alle meine Werke handsignieren. Versteht sich doch von selbst. Also, Frau Schulte, die Sie ja immer die Künstler vorschlagen: Schlagen Sie doch mich fürs nächste Jahr vor. Kreativ bin ich für zehn Künstler.

„Ja, Bärbel, ich komme ja.“ Sie will unbedingt nach Losheim in den Globus Käseglocken kaufen. Bärbel meint, die würden bald super nachgefragt. Versteh’ einer die Frauen! Ich werde sie jedenfalls nie verstehen.

Ein schönes Wochenende wünscht euch euer Jupp.