viez-jupp : Stadtpatron Petrus hat Namenstag

Ich bin ja kein ganz junges Semester mehr. Deshalb kann ich mich noch an vieles erinnern, wovon die heutigen Stadt-Oberen kaum etwas wissen. Denn der OB, die Bürgermeisterin und die beiden anderen Dezernenten sind allesamt „Zugezogene“, also keine kernechten Trierer, die infolgedessen auch nicht so gut mit dem hiesigen Brauchtum vertraut sind.

Deshalb habe ich denen da oben im Rathaus schon mal zugeflüstert, dass das dieses Altstadtfest ein ganz besonderes ist. Denn es fällt wie nur alle Jubeljahre wieder mit dem Trierer Nationalfeiertag zusammen. Der 29 Juni ist Peter und Paul, sprich: der Namenstag unseres Stadtpatrons Petrus.
Petrus wer? Tja, der ist, auch wenn das keiner mehr so richtig auf dem Schirm zu haben scheint, der in Trier seit dem Mittelalter omnipräsente Kerl mit Schlüssel und Buch. Er ziert Siegel, Fahnen, Stempel und Vereinswappen, es gibt ihn auf Bildern, als Reliefs und Statuen – und vor allem als Brunnenfigur auf dem Hauptmarkt.
Und er gilt als ähnlich sensibel wie ich. Deshalb gibt es ja das nette Ritual, den Brunnen-Petrus bei der Altstadtfest-Eröffnung mit Blumen zu schmücken und an Weiberfastnacht noch zusätzlich mit dem Prinzenpaar-Orden. Auf dass der gute Stadtheilige, der ja auch als Wettermacher gilt, die anstehenden Festivitäten mit eitel Sonnenschein bedenken möge. Diesmal gibt es satt davon – vielleicht, weil sich Petrus gerade dann, wenn sein Namenstag auf den Altstadtfest-Samstag fällt, nicht lumpen lassen möchte.
Apropos Brauchtum: Wer den traditionellen Mundartstammtisch des Vereins Trierisch (der den Petrus im Wappen hat) am Festsonntag im Innenhof des Restaurants Domstein besuchen will, kann sich den Weg sparen. Die Veranstaltung findet nicht mehr statt. Die Gründe sind vielfältig. Zurückgehender Zuspruch, sinkender Umsatz ... Schade. Aber ich trinke eine Porz auf Dein Wohl. Prost, Petrus!