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Virtuelle Realität als neue Therapieform

Forschung : Virtuelle Realität als neue Therapieform

Wie kann Virtual Reality Menschen mit Herzinsuffizienz zu körperlicher Aktivität motivieren? Das ist nur eine der Fragen, die das neue Forschungskolleg „Digitalisierung und Gesundheit“ an der Hochschule und der Uni Trier beschäftigt.

Heike Spaderna ist eine der zehn Professoren, die im Rahmen des Forschungskollegs „Digitalisierung und Gesundheit“ in Trier digitale Lösungen für präventive und therapeutische Maßnahmen erforscht. „Körperliche Aktivität hilft nachweislich bei Menschen, die unter Herzinsuffizienz leiden“, sagt Spaderna.

Deswegen entwickelt sie ein System, das Patienten durch Bewegungsspiele zu körperlicher Aktivität motivieren soll. Dabei wird Betroffenen eine Virtual-Reality-Brille aufgesetzt, die ihnen das Gefühl vermittelt, sich in einem virtuellen Videospiel zu bewegen, erklärt Spaderna.

Das solle die Angst vor Bewegung minimieren, aber auch die Einhaltung der durch Mediziner vorgegebenen Schwellenwerte erleichtern. „Bei erfolgreicher Durchführung des Projekts soll die Brille Betroffenen zu Hause zur Verfügung gestellt werden“, erklärt Spaderna.

Zudem wurden weitere Projekte vorgestellt, die sich auf die Linderung von Rückenschmerzen konzentrieren. Hierbei wurde wieder eine digitale Therapieumgebung geschaffen. Dabei sieht der Patient durch die Virtual-Reality-Brille einen Ava-tar, der den Patienten durch eine virtuelle Umgebung führen soll und durch ein angepasstes Biofeedback gezielt Reize stimuliert. Auch diese digitale Therapieform solle für Ablenkung sorgen und helfen, die Therapie durchzuhalten, erklärt Jörg Lohscheller.

„Traditionelle Therapieformen haben den Nachteil, dass insbesondere in ländlichen Regionen die Anfahrtswege sehr lang sein können. Zudem haben Therapeuten nur wenig Zeit für ihre Patienten“, stellt Lohscheller dar. Dagegen sollen Therapieformen, die Virtual Reality einbinden, einfach von zu Hause aus durchgeführt werden können. Durch die Einbindung in virtuelle Bewegungsspiele solle der Spaßfaktor erhöht werden, wodurch entgegenstehende Schmerzen weniger wahrgenommen werden. Auch das patientenzentrierte Feedback erhöhe die Therapiekonformität.

Das Forschungskolleg ist ein kooperatives Projekt zwischen der Universität und der Hochschule Trier. Hierbei werden sechs Promotionen unterstützt, die in Betreuungstandems zwischen Universitäts- sowie Hochschulprofessoren erfolgen.

Dabei soll insbesondere der Gesundheitscampus ausgebaut werden, um die Lehre sowie den Wissenschaftstransfer zu fördern. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz, bezeichnet das Forschungskolleg als „Motor der Innovation“. Es handele sich um ein hochrelevantes Forschungsthema, das häufig auftretende Krankheitsursachen bekämpfen könne. Alt übergab die beiden Förderbescheide über 350 000 Euro an den Präsidenten der Uni Trier, Michael Jäckel, und die Präsidentin der Fachhochschule Trier, Dorit Schumann.