Visitenkarte für Trier
Der Trierer Hauptbahnhof ist drauf und dran, das Image der grauen Maus abzulegen. Durch den sanierten Nordflügel, neue Geschäfte und die umgestalteten Bahnsteige entspricht der Bahnhof allmählich dem Bild eines Verkehrs-Knotenpunktes, das man gemeinhin mit einem Oberzentrum verbindet.
Und ausgerechnet jetzt kommt die Bahn und will den Kundenservice abbauen. Wird der Trierer Hauptbahnhof damit zur Service-Wüste? Jetzt der Bahn den Schwarzen Peter zuzuschieben, wäre zwar einfach, aber man muss auch den Realitäten ins Auge sehen. Die Bahn ist - wie jedes andere Unternehmen auch - bestrebt, den personalintensiven Servicebereich wirtschaftlich zu betreiben. Das ist schon bei bahneigenen Dienstleistungen nicht einfach. Nun sind aber die Servicekräfte auf den Bahnhöfen "Mädchen für alles"; sie geben touristische Auskünfte, vermitteln Hotels und verteilen Prospekte. Der Bahnhof ist die Visitenkarte einer Stadt. Das gilt insbesondere für eine Touristenhochburg wie Trier. Deshalb sollte auch die Bahnhofskonferenz im Dezember dazu genutzt werden, Kooperationen zu schmieden mit dem Ziel, den Service am Bahnhof aufrecht zu erhalten und die Lasten gerechter zu verteilen. a.follmann@volksfreund.de