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Völkerverständigung mit der Büchse

Völkerverständigung mit der Büchse

TRIER. (LH) Viele lokale Prominente – mit dem Trierer Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster an der Spitze – sammelten in der Trierer Innenstadt für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Erfahrene Sammler wissen, dass es in der Büchse rascheln muss. Daher werfen sie zu Beginn der Sammelaktion selber ein paar Münzen durch den Schlitz. Ein "früher" Geldschein, so gut er auch gemeint wäre, brächte nichts, denn Scheine klimpern bekanntlich nicht. Im Verlaufe des Tages wanderten aber doch noch einige Scheine in die Sammelbüchsen für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge bei der Prominentensammlung in der Trierer Innenstadt. Ausgestattet mit den notwendigen Utensilien machten sich 20 Prominente von der "Blechbüchsenarmee" auf in die Innenstadt, darunter der Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster, Landrat Günther Schartz, Triers Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink, Oberst Claus Rosenbauer, ranghöchster Angehöriger der Bundeswehr in Trier, und fünf französische Soldaten aus Saarburg. Nur vereinzelt stoßen die Promi-Sammler auf Ablehnung oder Achselzucken. Der überwiegende Teil der angesprochenen Passanten öffnet die Geldbörse bereitwillig und wirft eine Münze ein. Unter den Spendern sind nicht nur Einheimische, sondern auch Trier-Gäste und Touristen. Nur einfach stehenbleiben und nicht auf die Leute zugehen, führte nicht zum gewünschten Erfolg, weiß ein erfahrener Sammler wie Alt-Landrat Richard Groß, der die Leute am Heuschreck-Brunnen anspricht. Am Hauptmarkt ziehen Oberst Claus Rosenbauer, Landrat Günther Schartz und Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink (Sammler-)Kreise. "Mehr Frieden in der Welt", steht auf den Büchsen, die sie am liebsten bis oben hin voll wieder abgeben würden. "Wir sammeln für die Kriegsgräber", wird ein Ehepaar angesprochen. "Da müssen wir was geben", sagen beide und werfen bereitwillig Münzen rein. Unter den Spendern sind auch junge Leute, obgleich Hermann Hendricks, Erster Vorsitzender des Bezirksverbandes, erkennt, dass die Akzeptanz mehr und mehr abnehme, weil die Generation der Kriegsteilnehmer langsam aber sicher ausstirbt. "Menschen, die das Leid nicht mitgemacht haben, können sich mit den Gedanken oft nicht vertraut machen." Auf Wunsch gibt es für die Spender einen kleinen Plastikanstecker, der erstens ausweist, dass man schon (gespendet) hat und der später als Münzersatz für den Einkaufswagen genutzt werden kann. Bezirksgeschäftsführer Günter Jakobs ist mit Verlauf und Ergebnis zufrieden, auch wenn keiner der Sammler vorzeitig zum Entleeren seiner überquellenden Büchse in die Sammelzentrale in der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion kommt. Reserve-Bundeswehr-Mann Nikolaus van Haaren sammelt am Kornmarkt zusammen mit einem aktiven Soldaten der französischen Armee: "Nichts drückt Völkerverständigung besser aus, als wenn unsere französischen Freunde dabei sind und die Aktion unterstützen."