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Volle Ladung aus der Farbkanone

Volle Ladung aus der Farbkanone

Die Party Neonsplash hat die Trierer Messeparkhalle in ein Tollhaus verwandelt. Am Freitag und Samstag lieferten sich je 2000 Besucher eine wilde Farbschlacht. Dabei blieb garantiert keine Kleidung trocken.

Trier. Weiße Kleidung ist angesagt! So gibt es der Dresscode der Farbparty Neonsplash vor, die auch den Trierer Messepark erobert hat. Um Punkt zwei Uhr nachts soll sich das Bild wandeln. Der Plan: 1000 Liter Neonfarbe sollen aus weißer Kleidung farbenfrohe Kunstwerke entstehen lassen. Über den Köpfen der 2000 Besucher thronen zwei weiße Leinwände, auf denen ein Countdown anzeigt, wann die Farbschlacht beginnen soll.
Das Partyvolk tanzt zu elektronischer Musik von Blue Eye, Spyke, Maxcherry und DJ Gregor. Immer wieder wandern die Blicke hoch zur Leinwand.
"Das wird bestimmt richtig gut", glaubt Mara Leinen (24), Germanistikstudentin aus Trier. Jean Malmedy (28) kritisiert den Zeitplan der Party: "Zwei Uhr ist viel zu spät, um mit einer Party richtig anzufangen", poltert der Elektroinstallateur aus der Nähe von Merzig im Saarland. Er sei mit seinen Freunden nach Trier gekommen, um Spaß zu haben. Den habe er zurzeit noch nicht.
Der Countdown steht bei 56 Minuten: Ein Tänzer im Roboterkostüm betritt die Bühne. An seinen Händen befinden sich grüne Laser, sein Körper ist mit bunten LEDs übersät. Die Lichtshow ist haargenau auf die abgehackten Bewegungen des Tänzers abgestimmt. Die Mischung kommt beim Publikum an. Mit frenetischem Applaus wird der Tänzer nach zehn Minuten in den Feierabend entlassen.
Plastikfolie als Schutz


Besonders erfinderisch zeigen sich die Besucher beim Schutz ihrer Wertsachen. Ob Klarsichthülle, Plastikfolie oder Gefrierbeutel: Erlaubt ist, was Farbe fernhält. Eine Viertelstunde bevor das bunte Chaos ausbricht wird alles noch mal auf seine Dichtigkeit überprüft.
Acht Minuten vor Ablauf des Countdowns setzt ein technisches Problem die Tonanlage kurz außer Gefecht. Mit einem Mal ist es mucksmäuschenstill im Messepark. Hektik macht sich hinter der Bühne breit. Nach wenigen Sekunden setzt die Musik wieder ein. Ein Raunen geht durch die Halle.
Um Punkt zwei Uhr beginnt die Farbschlacht. Aus Luftdruckkanonen ergießen sich große Schübe blauer, pinker und gelber Neonfarbe über das Publikum. Die Farbe ist überall: Sie klebt im Haar, bedeckt die Augen, läuft den Rücken runter. Der Farbgeruch steigt die Nase hoch.
Wie ein glitschiger Film legt sich die Farbe über die gesamte Haut. Beinahe sekündlich wechselt der Begossene sein Aussehen: Ist er eben noch blau, kann er im nächsten Moment schon überwiegend pink sein.
An mehreren Ecken wird sich ein Spaß daraus gemacht, durch das Mischen der Grundfarben die verschiedensten Farbtöne zu bilden. Der Kreativität sind praktisch keine Grenzen gesetzt.
Um fünf Uhr neigt sich die Party dem Ende zu, die ersten Farbschichten sind getrocknet. Eine ausdauernde Dusche wäscht zu Hause die letzten Spuren weg. Was eben noch den Körper zierte, läuft als bunte Brühe dem Abflussrohr entgegen.
Weitere Bilder im Internet:
volksfreund.de/fotos