Volle Läden, wenig Staus

TRIER. Ein Umsatzplus zwischen 30 und 50 Prozent im Vergleich zu einem normalen Dienstag konnten viele Trierer Einzelhandelsgeschäfte gestern verbuchen. Grund war der kirchliche Festtag Maria Himmelfahrt, an dem im Saarland, in Luxemburg, Belgien und Frankreich die Arbeit ruht.

Gegen Mittag platzte die City aus allen Nähten. Die Stimmung war trotz Gedränge gut: Sonnenstrahlen und ein leichter Wind sorgten für angenehm trockene Luft - genau das richtige Wetter für eine Einkaufs-Tour. "Die Frequenz ist sehr stark", sagte Patrick Sterzenbach, Inhaber der Boutique "Absolut" in der Grabenstraße. Auch am Montag seien schon mehr Luxemburger als üblich da gewesen. "Vermutlich haben einige den Montag als Brückentag genutzt." Aber nicht nur hochwertige Marken-Kollektionen waren gefragt. "Wir haben enorme Umsätze bei Kinderbekleidung", sagte Regina Gradwohl. Aber eigentlich hatte die Abteilungsleiterin bei C&A mit mehr Betrieb gerechnet, der Vormittag sei sehr ruhig gewesen. Das Gute an den Luxemburgern: "Die kaufen nicht nur ein Teil, sondern kleiden ihre Kinder gleich von oben bis unten komplett ein." Auch Jörn Scharafin, Inhaber des "schuhwerks" in der Brotstraße, freut sich über die Kauflust: "Wenn Luxemburger unsicher sind, welches Paar sie nehmen sollen, kaufen sie einfach beide." In dem hochmodischen Schuhgeschäft war reduzierte Sommerware gleichermaßen wie die neue Herbst-Winterkollektion gefragt. "Heute ist einer der umsatzstärksten Tage im Jahr", sagt Scharafin. Karin Kaltenkirchen, Vorsitzende des Händler-Rings City-Initiative, bestätigt: "Die Umsätze sind so hervorragend wie an Maria Himmelfahrt im vergangenen Jahr." Sehr gut "gingen" Lederwaren, Mode, Schuhe und Handtaschen. "In der Stadt ist sehr viel Französisch und Flämisch zu hören, und es sind sehr viele Familien unterwegs", beschreibt die Inhaberin des Modehauses Marx ihre Beobachtungen. Die Verkehrslage war entspannter als 2005: Zwar waren die Parkhäuser um 12.30 Uhr komplett belegt, aber Rathaus, die Parken-in-Trier-Gesellschaft (Pit) und die City-Initiative hatten erstmals einen Park & Ride-Service eingerichtet, der die Situation offenbar entspannte - obwohl die Busse, die im Zehn-Minuten-Takt von der Fachhochschule und der ehemaligen Großraumdiskothek Riverside in die City fuhren, anfangs nur zu rund einem Drittel belegt waren. Dass die Zufahrt auf die Kaiser-Wilhelm-Brücke vom Martinsufer aus gesperrt war, sorgte am späten Nachmittag für einen besseren Abfluss des Verkehrs. "Die Luxemburger müssen zwar den Umweg über die Autobahn nehmen, aber wir ersparen uns die Rückstaus, die im vorigen Jahr bis zur Römerbrücke reichten", sagte Karl-Peter Jochem von der Polizei Trier.