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Volle Straßen und Parkhäuser vor Weihnachten in Trier, aber kein Park+Ride mehr

Volle Straßen und Parkhäuser vor Weihnachten in Trier, aber kein Park+Ride mehr

Volle Straßen, volle Parkhäuser: Im Schlussspurt des Weihnachtsgeschäfts wälzt sich eine Blechlawine durch Trier. Entlastung könnte wie an den vier vergangenen Samstagen ein Park+Ride-Service bringen, aber den wird es aus Kostengründen nicht geben.

Das überstrapazierte "Alle Jahre wieder ..." trifft auch in diesem Fall zu: So sicher wie Weihnachten im Kalender steht in den Tagen davor das trierische Verkehrsproblem auf dem Programm. Die Einzelhändler können sich zwar über den lukrativen Andrang freuen. Aber diejenigen, die ihre Zeit im Stau vergeuden, haben allen Grund, sich zu ärgern. Ebenso die Trierer, deren Anwohnerparkplätze von Menschen genutzt werden, die dort nicht parken dürfen.

Volle Parkhäuser, volle Straßen - aus Sicht der Polizei ist das der Normalzustand in der Vorweihnachtszeit. "Wir haben es mit dem - salopp formuliert - in der Vorweihnachtszeit üblichen Verkehrschaos zu tun. Leider!", sagt Marko Nenno von der Polizeiinspektion Trier. Mit dem Unterschied, dass am Montag und gestern die Blechlawine bereits frühmorgens losbrach, ausgelöst durch den Schülerbeförderungsverkehr. Während ihre Kollegen aus dem Saarland und aus Luxemburg bereits seit dem vergangenen Wochenende Weihnachtsferien haben, mussten rheinland-pfälzische Kinder und Jugendliche diesmal bis zum 22. Dezember die Schulbank drücken. Viele Erwachsene hingegen nutzten die arbeitnehmerfreundliche Feiertagskonstellation zu einer zusätzlichen Urlaubswoche.

Trotz des Zustroms einschließlich der damit verbundenen Rückstaus insbesondere in Stoßzeiten sei noch alles im Rahmen geblieben: "Richtige Probleme mit dem Verkehrsfluss hätten wir erst bekommen, wenn sich größere Unfälle ereignet hätten." Doch die sind ausgeblieben.

Wie insgesamt das ganz große Blechlawinen-Chaos ausbleibt, seit es den Park+Ride-Service gibt (siehe Extra). Bis Anfang der 1990er Jahre erlitt Trier alle Advente wieder den Verkehrsinfarkt. Was die Stadt zu Verzweiflungstaten trieb wie Schulhöfe als Parkflächen freizugeben und Umweltaktivisten zum Aufhängen von Spannplakaten mit der Aufschrift "Sie stehen nicht im Stau - Sie sind der Stau" an Haupteinfallstraßen anregte.

In diesem Jahr haben an den vier Adventssamstagen 15.000 Menschen das Angebot genutzt, von einem der Großparkplätze am City-Rand per Shuttlebus an die Fußgängerzone und zurück zu fahren - Parken und Busfahrt zum Nulltarif. Der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke (SWT) und die City-Initiative Trier (CIT), die den Service anbieten, zeigen sich mit der Resonanz zufrieden. "Wir gehen davon aus, dass 15.000 P+R-Nutzer die Insassen von 5000 bis 6000 Autos waren, die somit nicht in die Stadt hineingefahren sind."

Bis zu 1500 Fahrzeuge, die Triers City-Straßen an jedem der Adventssamstage erspart geblieben sind - das entspricht in der Tat einer spürbaren Entlastung, zumal Trier über gerade einmal 4000 Stellplätze in ober- und unterirdischen Großgaragen verfügt.

Dennoch war ein zusätzliches P+R-Angebot in dieser Woche keine Option: "Das Thema Park+Ride ist für dieses Jahr abgeschlossen", erklärt CIT-Geschäftsstellenleiterin Esther Wisniewski mit Hinweis auf die Finanzierungsmodalitäten. Der Einsatz von Zusatzbussen und Personal wird mit Spenden vorwiegend von Mitgliedsbetrieben bezahlt. "In diesem Jahr sind wir knapp kostendeckend über die Runden gekommen. Mehr geht nicht." Auch am 3. Januar, dem im Volksmund "Umtauschtag" genannten ersten verkaufsoffenen Sonntag 2016, werden keine Shuttlebusse fahren.

SWT-Verkehrsvize Heinz Pötters glaubt nicht, dass eine kurzfristige Ausweitung des P+R-Angebots in diesem Advent auf große Resonanz gestoßen wäre: "Unser Kunden sind auf die Adventssamstage abonniert. Alles, was darüber hinaus geht, müsste sich erst etablieren." Zudem hätte der Verkehrsbetrieb "zwei, drei Wochen Vorlauf benötigt, um das Ganze zu organisieren".

Extra: Das für Nutzer kostenlose vorweihnachtliche Angebot Park+Ride, kurz P+R, gibt es in Trier in der heute praktizierten Form seit genau 20 Jahren. Autoinsassen steigen auf einem Auffangparkplatz in Shuttlebusse um, die sie in die Altstadt und später zurück bringen. Vor 1995 gab es Versuche mit kostenpflichtigem P+R nicht nur im Advent, sondern auch dann, wenn Mariä Himmelfahrt (Feiertag in Luxemburg und im Saarland) auf einen Werktag fiel. Seit 2009 hat sich die Zahl der P+R-Nutzer bei jährlich rund 15.000 eingependelt, 2004 lag sie noch bei deutlich über 20.000. P+R-Plätze sind der Messepark in den Moselauen (1100 Stellplätze), der Parkplatz der Hochschule Schneidershof (550) und Trier-Nord/Riverside (320). Stadtwerke-Busse fahren an den Adventssamstagen jeweils von 10 bis 20 Uhr im Zwölf-Minuten-Takt hin und zurück.