Volles Haus bei Konstantin

TRIER. "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" – dieses inzwischen geflügelte Wort von Michail Gorbatschow traf auch für viele Einheimische und Touristen vor dem Rheinischen Landesmuseum zu. Denn der Saal, in dem Lothar Schwinden über Kaiser Konstantin sprach, musste wegen Überfüllung geschlossen werden.

Die Werbung über die dreigeteilte Trierer Konstantinausstellung 2007 trägt erste Früchte. Über den runden Geburtstag Konstantins, der auf den Tag vor genau 1700 Jahren in Serbien geboren wurde und von Trier aus Westeuropa mit Ausnahme Italiens regierte, hatte auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung ganzseitig berichtet. Dort kam der Berliner Professor Alexander Demandt zu Wort, auch Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Konstantingesellschaft Trier.Erschlagen von der Resonanz

Erschlagen von der großen Resonanz trotz Urlaubszeit und sommerlicher Hitze waren die Initiatoren des Geburtstagsvortrages für Konstantin, Referent Lothar Schwinden vom Rheinischen Landesmuseum und Rudolf Hahn, Leiter der Volkshochschule. "Es war das erste Mal, dass ich Zuhörer wegen Überfüllung des Saals nach Hause schicken musste", erläutert Hahn mit gemischten Gefühlen. Man habe alle Tische und Stühle mobilisiert und konnte dem Publikumsandrang gleichwohl nicht gerecht werden. Bei rund 120 war Schluss. "Außen vor" blieb, wer zu lange im kühlen Heim oder im Freibad verweilt hatte. Das Schild am Nebeneingang war eindeutig, auf Debatten konnte sich der Pförtner nicht einlassen. "Wegen Überfüllung geschlossen" - dieses Schild löste erhitzte Debatten aus. "Ich bin extra 40 Minuten aus Echternacherbrück hierher gefahren. Und nun das", schimpfte Hans Zimmer. Der Lehrer wollte sich mit dem mehrfach angekündigten Vortrag auf den neuesten Stand der Konstantin-Forschung bringen. Verstimmt waren auch mehrere Touristen, die den Trier-Besuch mit dem Geburtstags-Vortrag krönen wollten. Unmut auch bei einer Trierer Stadtführerin und Reiseleiterin in Begleitung einer schwäbischen Touristin. Hahn und Schwinden wollen den guten Besuch zum Anlass nehmen, über Lösungen nachzudenken. Knackpunkte seien die Saalgröße und die Mietkosten. Die kostenlos nutzbaren Vortragsräume von Volkshochschule und Landesmuseum für derartige Veranstaltungen seien weitgehend gleich groß, ein größerer Vortragsraum mit zeitgemäßer Projektionstechnik und Mikrofonanlage stünde erst im Sommer 2007 nach Abschluss des Umbaus im Landesmuseum zur Verfügung. Schon jetzt größere Räume, beispielsweise im ehemaligen Casino am Kornmarkt, würden Miete kosten. "Da kommen wir mit zwei Euro Eintritt nicht mehr hin", sagte Rudolf Hahn. Kleiner Trost für die Ausgesperrten: der Vortrag des Spezialisten für römische Epigrafik am Landesmuseum soll im September wiederholt und auch in der Schriftenreihe "Funde und Ausgrabungen" nachgedruckt werden. Über mehr Platz würden sich auch die Stadtführer freuen, die ab Herbst im Vortragssaal des Landesmuseums für die Konstantinausstellung 2007 geschult werden sollen. Auch die Vorträge seien bereits terminiert und versprächen großes Publikumsinteresse.

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