Volles Haus im Doppelpack

TRIER. Ein verkaufsoffener Sonntag im März, zwei räumlich getrennte Schwerpunkte und drei große Kaufhäuser, die geschlossen blieben - eine solche Konstellation hatte es in Trier noch nicht gegeben. Dennoch ging die Rechnung auf: In der Innenstadt und "im Trierer Süden war gestern die Hölle los.

"Viele Kunden warteten schon in Schlangen vor unseren Türen, bevor wir überhaupt geöffnet hatten." Franz Schulz, Leiter des Hornbach-Baumarkts in Zewen, findet deutliche Worte zum ersten verkaufsoffenen Sonntag 2004, und er ist damit nicht der Einzige. "Extrem", "Wahnsinn", "Massenandrang", "volle Hütte" - die Antworten gleichen sich in den zum Netzwerk "Trierer Süden" gehörenden Betriebe aus Euren und Zewen. "Viele haben sich diese Gelegenheit ausgesucht, um die Art von Einkäufen zu machen, an der die gesamte Familie beteiligt sein sollte", erklärt Schulz. Und damit nennt er den Trumpf des Trierer Südens: Die Auto- und Möbelhäuser, Bau- und Heimwerkermärkte werden gestürmt von Familien, die gemeinsam über Tapeten, Teppiche, Badewannen und die neue Wohnzimmereinrichtung entscheiden können. "Werktags hat man für solche Exkursionen doch überhaupt keine Zeit." Walter Unverricht aus Tarforst erklärt, warum er seinen Sonntag mit Ehefrau Monika und drei Kindern im Trierer Süden verbringt. "Das hier ist heute ein Umfeld, das den Möbelkauf nicht zu einem stressigen Unterfangen mit Schlechte-Laune-Garantie werden lässt.""Heute ist mehr los als an Werktagen"

"Es ist wohl unser Glück, dass die großen Kaufhäuser in der City zu sind", sagt Cornelia Spang von der "Babyzone" in Zewen. "Heute ist mehr los als an Werktagen." Es ist eine müßige Frage, ob der große Erfolg des verkaufsoffenen Sonntags im Trierer Süden tatsächlich von der Weigerung der Kaufhof- und Karstadt-Betriebsräte, einer sonntäglichen Öffnung zuzustimmen, beeinflusst wird. Die befürchtete Konkurrenz zwischen dem Süden und der Innenstadt gibt es nicht, an beiden Schwerpunkten herrscht Massenandrang. Und weder die sonntägliche Anziehungskraft der City noch die des Trierer Südens scheinen auch nur ein wenig darunter zu leiden, dass die Türen bei Kaufhof und Karstadt zu bleiben. Daher signalisieren das Netzwerk und die City-Initiative große Zufriedenheit. "Das ist ganz einfach unglaublich, ein großartiger Erfolg", sagt Wolfgang Scholtes, Sprecher des Netzwerks "Trierer Süden". "Wir sind begeistert", ergänzt Albrecht Thul, stellvertretender Vorsitzender der City-Initiative. "Die Stadt ist sehr voll." Recht hat er. Brotstraße, Fleischstraße, Simeonstraße, Hauptmarkt - ein Meer von Menschen. "Es ist das erste Mal, das Trier einen verkaufsoffenen Sonntag im März anbietet, und die Resonanz erinnert an den Andrang vor Weihnachten." Hans-Peter Schlechtriemen, Vorsitzender der Initiative und Galeria-Kaufhof-Direktor, war gestern nicht zu erreichen. "Es ist das Jahr der Landesgartenschau, und das merkt man deutlich", sagt Heike Eberhardt aus Bitburg. "Die Stadt strengt sich enorm an und bietet schon im März den ersten offenen Sonntag. Ich hoffe sehr, das geht so weiter."