Vom Altstadtfest in die Fernsehwerbung

Vom Altstadtfest in die Fernsehwerbung

Seit er sechs ist, spielt er Gitarre, mit 13 gründet er seine erste Band. Heute ist Jan Herz aus Trier 27 Jahre alt, spielt in zwei Bands und hatte bereits mehrere Auftritte auf dem Trierer Altstadtfest. Seit kurzem ist er im Werbespot für einen Milchshake von Bärenmarke zu sehen.

Trier-Ehrang/Schweich. Ein Tonstudio. Man sieht Keyboards, Boxen, ein Mischpult. Hinter der Glasscheibe rockt eine junge Band zu einem Gute-Laune-Lied. Der Frontmann trägt ein rotes T-Shirt und Wuschelhaare. "You feel alright" - du fühlst dich gut, singt er und wippt dabei zum Rhythmus der Musik. Anstelle eines Mikrofons hält er sich einen Schüttelshake von Bärenmarke vor den Mund.
Dieser 20-sekündige Werbespot läuft derzeit auf sechs privaten Fernsehsendern, unter anderem bei Pro 7, RTL oder Sat 1. Der Sänger im roten T-Shirt ist Jan Herz (27) aus Trier. Das im Spot gespielte Lied "Feel alright" hat er selbst komponiert - ursprünglich allerdings nicht für die Werbung, sondern für den Eigenbedarf.
Denn Jan Herz ist auch im richtigen Leben Musiker. Seit er sechs ist, spielt er Gitarre, mit 13 gründete er seine erste Band. Heute ist der gebürtige Schweicher 27 Jahre alt und spielt in zwei Musikformationen - der Rock\'n-Roll-Truppe BeGood sowie dem Akustik-Duo Too. Seit Jahren tritt er mit beiden Gruppen beim Trierer Altstadtfest auf - auch dieses Jahr wieder.
So ist letztlich auch sein Fernsehauftritt zustande gekommen. Denn es ist auf dem Altstadtfest, wo Herz viele Kontakte zu Menschen aus den Musiker- und Medienkreisen der Region knüpfen und auf sich aufmerksam machen kann. Bei der Firma Hochwald in Thalfang, deren Tochtergesellschaft Allgäuer Alpenmilch den Bärenmarke Schüttelshake produziert, erinnert man sich an den jungen Musiker aus Trier.
So kommt es, dass Herz eine Anfrage der Firma erhält. Ob er einen noch unveröffentlichten Song für den Dreh des Werbefilms liefern könne? Das kann Herz. "Als Musiker komponiert man ja immer wieder mal etwas und hebt es in der Schublade auf", sagt er. Herz schickt eine Demoversion seines Liedes "Feel alright" an die Produzenten, denen gefällt der Song. Sie beauftragen ihn, sein Lied für den Werbespot aufzunehmen - in einem belgischen Tonstudio und mit professionellen Musikern. Nach einem Tag harter Arbeit ist der Song im Kasten. Als Nächstes wird der Werbeclip gedreht. Dazu wird Herz nach Hamburg beordert - wieder in ein Tonstudio, wo bereits professionelle Schauspieler auf ihn warten.
Obwohl das fertige Video gerade mal 20 Sekunden lang ist, dauern die Dreharbeiten den ganzen Tag. "Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit in ein paar Sekunden fertig gedrehter Film steckt", sagt Herz hinterher. "Man muss auf tausend Dinge gleichzeitig achten - wo die Augen hinschauen, die Gestik und Mimik, jede einzelne Bewegung. Das ist sehr anstrengend."
Vor laufenden Kameras muss Herz immer wieder dieselbe Szene spielen, während im Hintergrund ein 17 Sekunden langer Ausschnitt seines Liedes in Schleife läuft. Dazu muss er Playback machen, Wiederholung um Wiederholung. Unter den grellen Filmscheinwerfern im Studio steigt die Temperatur auf 30 Grad. "Auch nach dem hundertsten Mal muss man noch so nett grinsen wie am Anfang", berichtet der Musiker.
Insgesamt sei es eine spannende Erfahrung gewesen, findet der Bauingenieur im Nachhinein, allerdings habe er keine weiteren Ambitionen, wieder als Schauspieler tätig zu werden. "Musikalisch möchte ich so weitermachen wie bisher, auch wenn ich hoffe, dass wir in nächster Zeit wieder ein paar Auftritte mehr bekommen." Wegen der Wirtschaftskrise hätte es im Bereich der Livemusik eine spürbare Sparwelle gegeben, bedauert Herz.
Das Video mit Jan Herz ist im Internet zu sehen unter
3.musicstar.de/baerenmarke