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Vom Dachboden in den Bunker auf die Bühne

Vom Dachboden in den Bunker auf die Bühne

2007 auf einem Dachboden in Tawern gegründet, spielt die Band A Hurricane’s Revenge inzwischen auf Bühnen in der Region. Demnächst erscheint das zweite Album. Neben der Zusammensetzung der Band hat sich auch ihr Sound verändert.

Trier/Tawern. Der Zeitplan ist straff, doch von Hektik keine Spur: Beim Aufbau auf der Bühne im Exhaus lachen die Jungs der Band A Hurricane's Revenge häufig. Der Soundcheck macht klar: Jetzt wird es laut. Die ersten Schläge von Drummer Joachim Richter hallen im Bauch wider. Richter, Bassist Thomas Fissen, Gitarrist Martin Schumann und Sänger Johannes Steffen haben Spaß auf der Bühne, sie scherzen untereinander, mit Tontechniker und Publikum. Immer wieder fordert Johannes Steffen die Zuschauer auf, näherzukommen und zu tanzen.Im Vergleich zu älteren Liedern ist der Sound von A Hurricane's Revenge deutlich härter und schneller, aber immer noch melodisch. Das erste Album der Band erschien 2012 unter dem Namen "Partially ordered relations". Seitdem arbeiten die Jungs im Alter zwischen 26 und 34 Jahren an neuen Liedern. Demnächst soll das zweite Album auf den Markt kommen. "Wegen eines Besetzungswechsels hat es etwas länger gedauert, bis wir genug Songs hatten, die unserem neuen Stil entsprechen und uns gefallen", sagt Steffen.A Hurricane's Revenge machen englischsprachige Musik in Richtung Punkrock und Hardcore. "Früher haben die Gitarristen die Lieder geschrieben", sagt Johannes Steffen. Inzwischen entwickeln sie die Songs gemeinsam im Proberaum, dem Bunker in Trier-Nord. Ihre Texte sind sozialkritisch, meist geht es um zwischenmenschliche Beziehungen. Die Bandmitglieder arbeiten als Psychologe, Doktorand, Physiotherapeut und Lehrer. Da sie mit ihren Auftritten kein Geld verdienen müssen, spielen sie häufig ohne Gage.Gegründet wurde A Hurricane's Revenge 2007. Martin Schumann und Johannes Steffen sind zusammen in Tawern (Kreis Trier-Saarburg) aufgewachsen und begannen, gemeinsam auf dem Dachboden eines der Elternhäuser Musik zu machen. Thomas Fissen kam aus einer anderen Band hinzu, Joachim Richter lernten sie im Exhaus kennen. Seit er 2010 den damaligen Schlagzeuger ersetzte, spielt A Hurricane's Revenge in der aktuellen Besetzung. Gerne denken sie an ihr Debüt beim "Panzergraben Reloaded Festival gegen rechts" in Gilzem zurück. Ihr bestes Konzert sei jedoch das auf dem Rockcamp-Festival 2014 in Saarwellingen gewesen, erzählen sie: Sie hatten den Opener-Contest gewonnen und durften mit ihren Freunden Paper Arms die Bühne teilen. Diese Band hatte Johannes Steffen während eines einmonatigen Aufenthalts im Musikclub und Hostel "The Arthouse" in Australien kennengelernt und nach Trier eingeladen, als die Gruppe auf Tour war. A Hurricane's Revenge träumen davon, im "Underground" in Köln zu spielen, einer deutschlandweit bekannten Location für Rock'n'Roll- und Punkrock-Konzerte, und ein gemeinsames Konzert mit der US-Band Hot Water Music zu geben.Der Bandname ist zum einen eine Hommage an die ehemalige Band von Ringo Starr, Rory Storm & the Hurricanes, die er 1962 für die Beatles verließ. Zum anderen schrieb Bob Dylan mit Jacques Levy einen Song namens Hurricane, der bewirkte, dass der Fall des aus rassistischen Gründen unschuldig verurteilten Boxers Rubin "Hurricane" Carter wieder aufgenommen wurde.Dem einen oder anderen Musikfan dürfte die Truppe unter dem Namen Roses öf fuck live begegnet sein. In Verkleidung spielten sie Cover und ein paar eigene Songs. Sie hatten Zeit im Studio gebucht, und da keine Songs für A Hurricane's Revenge fertig waren, entstand aus Zufall die Alter-Ego-Band. Inzwischen treten die Jungs aber nur noch in normalen Kleidern auf und überzeugen dafür mit ihrem eingängigen Sound, der vorwärtsgeht.facebook.com/A.HURRICANES.REVENGE/