Vom Gummibaum ins Karussell

Luftballons gibt es in allen Farben, Formen und Größen. Und es gibt sie mit unzähligen Motiven. Doch wie kommen diese Motive auf den Luftballon? Muss der Ballon vorher aufgeblasen werden, oder kommt er etwa in einen Kopierer? Lucky wollte es wissen und hat eine Werkstatt besucht, in der Luftballons bedruckt werden.

Hermesdorf. Viele wissen das gar nicht. Aber Luftballons wachsen eigentlich an Bäumen. Viele davon sind nämlich aus Naturkautschuk. Und der Kautschukbaum, der auch Gummibaum genannt wird, hat einen ganz speziellen Saft. Diesen Saft nennt man Latex, und aus diesem Latex werden Luftballons gemacht. Unvorstellbar viele davon gibt es in Hermesdorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Dort ist ein Standort der Westeifel Werke. Das ist eine Einrichtung, in der unter anderem viele Menschen mit Behinderung arbeiten. Und die Männer und Frauen in Hermesdorf haben es besonders gut: Sie sind den ganzen Tag von Luftballons umgeben. Denn in der Werkstatt werden Luftballons bedruckt.

Jemand, der sich damit besonders gut auskennt, ist Rudolf Klein. Er ist Druckermeister und leitet die Abteilung, in der jede Woche bis zu einer halben Million Luftballons ein Motiv bekommen. Und der Druckermeister erklärt auch, wie das Ganze funktioniert: Dafür brauchen die Westeifel Werke zunächst einmal die Ballons. Die kaufen sie bei einer Firma in Nordrhein-Westfalen, dem einzigen Luftballon-Hersteller in ganz Deutschland. Ganz viele der gekauften Ballons lagern im Keller der Westeifel Werke. Dort stehen auch riesige Kompressoren. Diese Kompressoren erzeugen Luft, und diese Luft wiederum wird oben in der Werkstatt benötigt.

Fast genauso, wie beim Druck einer Zeitung



Denn damit die Luftballons überhaupt bedruckt werden können, müssen sie zunächst aufgeblasen werden. Und dafür kommen sie erst einmal in einen großen Behälter. Von dort aus wandern sie zunächst über eine Art Schiene. Dabei werden automatisch die Ballons aussortiert, die entweder nicht in Ordnung sind, oder aber verkehrt in dieser Schiene hängen. Am anderen Ende der Schiene ist dann so etwas wie eine Zange, die jeden Ballon nimmt und dann in einem Karussell einspannt. Zumindest dreht sich das Ding wie ein Karussell, wenn auch sehr ruckartig. Auf dem Bild könnt ihr das Gerät ganz gut sehen. Und während sich die bunten Ballons dann drehen, werden sie zunächst aufgeblasen. Dann wandern sie weiter und landen unter der Siebdruckschablone. Auf dieser Schablone ist das Motiv abgebildet, das auf den Ballon soll. Und wenn das Motiv mehrfarbig ist, dann gibt es mehrere dieser Schablonen, mit denen dann nacheinander die jeweilige Farbe auf den Ballon gedruckt wird. Das funktioniert übrigens fast genauso, wie der Druck unserer Zeitung, nur dass der Volksfreund vorher nicht aufgeblasen werden muss.

Wenn die Ballons dann bedruckt sind, wird die Luft wieder raus gelassen. Und wie ihr sicherlich wisst, sind Luftballons nach dem Aufblasen immer so schrumpelig. Das liegt daran, dass sich die Latexhülle beim Aufblasen ausdehnt, nachher aber nicht vollständig zusammenzieht. Damit die Ballons wieder schön glatt werden, kommen sie deshalb in einen riesigen Trockner. Die warme Luft im Trockner strafft den Gummi wieder, und wenn die Ballons dann aus dem Trockner kommen, müssen sie nur verpackt werden. Und dann werden sie verschickt. Übrigens: In Hermesdorf gib es sogar Ballons, die aufgeblasen einen Umfang von über vier Metern haben. Da würdet sogar ihr locker reinpassen.

"Wie funktioniert eigentlich...?" - Lucky soll euch eine Frage beantworten, die euch unter den Nägeln brennt? Nur zu: Schreibt eine E-Mail an lucky@volksfreund.de.