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Vom Lehrling zum Sparkassen-Chef

Vom Lehrling zum Sparkassen-Chef

TRIER. Vom Lehrling zum Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Trier: Remigius Kühnen tritt am 1. Januar 2007 die Nachfolge von Dieter Mühlenhoff an.

Remigius Kühnen ist sowohl im Bankenwesen der Region als auch bei den 1024 Mitarbeitern der Sparkasse Trier so bekannt wie ein bunter Hund. Nicht nur, weil er seit über 25 Jahren Vorstandsmitglied ist, sondern auch, weil er das "Banker-Handwerk" von der Pike auf gelernt hat. 1965 begann er als einer von 13 Lehrlingen seine Ausbildung bei der Stadtsparkasse Trier, bekam mit 30 Jahren Personalverantwortung, später einen Vorstandsposten - und hält Trier von Beginn an eisern die Treue. "Ich bin überzeugter Trierer und fühle mich der gesamten Region sehr stark verbunden", sagt er bei seiner Vorstellung und verweist darauf, dass er seinen Stammbaum mütterlicherseits bis 1542 bis nach Pfalzel und Biewer zurückverfolgen könne. Selbst attraktive Angebote aus anderen Städten hätten ihn folglich nicht davon abbringen können, Trier zu verlassen. Nun wird der 56-Jährige zum 1. Januar 2007 Dieter Mühlenhoff als Vorstandsvorsitzender ablösen. Kühnen hatte sich in einem mehrmonatigen Auswahlverfahren aus bundesweit insgesamt 14 Bewerbern durchgesetzt und letztlich den Personalausschuss der Sparkasse Trier überzeugt. "Das ist nach der Fusion der Stadtsparkasse Trier und der Kreissparkasse Trier-Saarburg vor rund zehn Jahren die nächste historische Weichenstellung", sagt Trier-Saarburgs Landrat Günther Schartz, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse Trier. Und Triers Oberbürgermeister Helmut Schröer ergänzt: "Die Bestellung von Remigius Kühnen hat bewiesen: Wir haben sehr gute Leute vor Ort." Der neue Vorstands-Vorsitzende dämpft jedoch Erwartungen, er werde jetzt alles anders machen als sein Vorgänger. "Wir waren schon in der Vergangenheit gemeinsam erfolgreich", sagt Kühnen. Immerhin hat die Sparkasse Trier 2005 das nach eigenen Angaben beste Ergebnis seit ihrem Bestehen erzielt - ein Plus von vier Prozent auf rund 3,3 Milliarden Euro etwa bei der Bilanzsumme.Schwerpunkte: Vertrieb und Kosten

Kühnen hat sich zwei Ziele gesetzt: erstens einen Schwerpunkt auf den Vertrieb zu setzen. "Wir sind zwar schon Nummer eins, aber diese Stärke ist auch unsere Schwäche", sagt er. Zum anderen will er die Abläufe bei der Sparkasse Trier noch effizienter machen und Kosten sparen: Wie das genau aussehen soll, verrät er (noch) nicht. Für die Zukunft sehen sowohl Kühnen als auch Mühlenhoff eines als zentrales Anliegen an: der Erhalt der drei Säulen aus Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Privatbanken. Doch zunächst einmal überwiegt bei bei Remigius Kühnen der Optimismus: "Die Gratulationen von Kollegen und Mitarbeitern haben bei mir Vorfreude auf das Amt geweckt."