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Vom Leserland zum Gedichtband: Detzemerin fasst Erlebtes in Verse

Vom Leserland zum Gedichtband: Detzemerin fasst Erlebtes in Verse

"Einfach mal so" schickte Christine Thul (46) ihr erstes Gedicht an die Leserland-Redaktion des Volksfreunds. Es hieß "Mosel-Sonne" und wurde abgedruckt. Nun hat die Detzemerin ihren ersten Gedichtband veröffentlicht - und es soll nicht ihr letzter sein.

Detzem. Wer Christine Thul trifft, erkennt schnell: Diese Frau hat das, was man gemeinhin ein "sonniges Gemüt" nennt. Das Mädel vom Land, wie sich die gebürtige Krettnacherin selbst bezeichnet, ist eine Frohnatur. Sie lacht viel und hat ein Faible für das Landleben, so wie es früher einmal war. Dennoch ist die 46-Jährige, die heute in Detzem lebt, weder eine ewig Gestrige, noch eine hoffnungslose Romantikerin. Als Ehefrau eines Winzers (Jörg Thul), Mutter eines achtjährigen Sohnes und Managerin eines Weinguts mit Straußwirtschaft und Gästezimmern hat sie einen ausgefüllten Tag, steht mitten im Leben. Das Schreiben von Gedichten ist ihr Hobby geworden. "Das gibt mir die Ruhe, viele Dinge gelassener zu sehen", sagt Christine Thul.
Vor drei Jahren, an einem regnerischen Tag, habe sie ihr erstes Gedicht niedergeschrieben - "aus dem Bauch heraus". Die Zeilen von "Mosel-Sonne" wurden auf der "Leserland"-Seite des Volksfreunds veröffentlicht. Das habe die Leidenschaft zum Dichten in ihr entfacht. Fortan schrieb Christine Thul regelmäßig Verse, die hauptsächlich von der Mosel handeln, vom Wein, vom Alltag der Winzer und Landwirte, von ihrem Heimatdorf im Tälchen und von Erinnerungen, wie es früher "zu Hause" war ("Der Krompern-Keller", "Die gud Stuff"). Aber auch Lebensweisheiten ("Das kleine Glück" zu schätzen wissen"), die Vogelwelt ("Der Dreckspatz") und die Natur ("Frühling im Weinberg") hat die Autorin in ihren kleinen Werken verarbeitet.
Kritik an aktuellen Zuständen


"Es gibt tausend Dinge, über die man berichten kann", sagt die 46-Jährige. Dass sie nicht nur die heile Welt beschreibt, sondern auch Kritik an aktuellen Zuständen wie dem Milchpreisverfall übt, zeigt beispielhaft das Gedicht "Bauer ohne Lobby". Ihre Gedanken in Versform zu Papier zu bringen, dazu hätten sie auch viele Gespräche mit Bewohnern aus Detzem und Krettnach sowie netten Gästen inspiriert.
Ihr Büchlein "Wir sollten's wie die Spatzen machen" hat Christine Thul selbst herausgegeben, die Illustrationen sind von Kerstin Tippmann (Thüringen) und Sohn Johannes Thul. Zu erwerben ist es über die Autorin und in einigen Bauernhofcafés. alf