Vom See ins heiße Öl

HEILIGKREUZ. Das Weiherfest hat Tradition. Zum ersten Mal feierte der Angelsportverein (ASV) Trier-Süd 1968 am Herrenweiher, zwei Jahre, nachdem er das Gewässer von der Caspary-Brauerei, die dort ihr Wasser für die Kühlung des Gerstensaftes entnahm, gepachtet hatte.

Mitte der 90er-Jahre wurde die Veranstaltung zunächst eingestellt. Doch vor drei Jahren kam dann die Neuauflage des Weiherfestes."Wegen der Hitze haben die Fische schlecht gebissen", sagt Nikolaus Wagner. Trotzdem haben er und seine Anglerkollegen genügend Rotaugen aus dem Herrenweiher gezogen. Ein letztes Mal schwimmen durften sie nun beim Weiherfest - allerdings im heißem Öl.Horst Brenner, Hermann Gerth und Dieter Nilles frittierten, was das Zeug hielt. Begeistert bestellten die Gäste eine Portion nach der anderen, aber auch geräucherte Forellen und sauer eingelegten Fisch ließen sie sich schmecken. Eine unbedenkliche Gaumenfreude angesichts der Warnungen vor dem Verzehr von Moselfisch, denn "im Herrenweiher ist das Wasser rein, es fließt aus dem Mattheiser Wald durch den Aulbach hierher", sagt Wagner. Außerdem werde das Gewässer regelmäßig gereinigt und die Aufzucht der Jungfische finde im unteren Weiher statt.Doch nicht nur lukullische Genüsse bot der ASV seinen Gästen. Auch für die Augen gab es am Samstag nach Einbruch der Dämmerung ein gelungenes Schauspiel. Entlang des Ufers aufgestellte Fackeln verwandelten den idyllischen Ort in ein rotes Farbenmeer.Mit dem Erlös wird der Weiher gesäubert

"Bei einem früheren Fest ist sogar einmal ein Trompeter des MV Feyen mit einem Boot rausgefahren", erinnert sich Nikolaus Wagner. Mittlerweile gebe es aber keine Auftritte mehr von anderen Vereinen."Die Erlöse aus unserem Fest verwenden wir für die Reinigung des Weihers", sagt Albert Kraemer, Vorsitzender des ASV. Aber er ist froh über das Engagement der Mitglieder, die das Fest wieder seit drei Jahren ausrichten. Kraemer: "Obwohl jeder Angler für sich am Ufer sitzt, besteht in der Vereinsgemeinschaft ein starker Zusammenhalt."