Vom Steckkontakt zur Datenautobahn
Trier · Die vergangenen 20 Jahre sind für Konrad Theis die interessantesten seiner Laufbahn gewesen. Der Grund: Nie zuvor entwickelte sich die Telekommunikationsbranche schneller und unvorhersehbarer. Wenn es nach ihm ginge, würde er weitermachen. Aber nach 51 Dienstjahren geht der 65-Jährige nun in den Ruhestand.
Trier. "Mensch, bist Du immer noch da?" Diese Frage haben ihm Kollegen immer wieder gestellt. Damit ist jetzt Schluss: Seit dem ersten Juli ist Konrad Theis im Ruhestand. 51 Jahre arbeitete er bei der Deutschen Telekom. Ihm ist bewusst, dass er mit dieser Laufbahn heutzutage ein Exot ist: Als Fernmeldehandwerker begann er 1960 seine Lehre beim Fernmeldeamt Trier. Dem Unternehmen, das damals noch Deutsche Bundespost hieß, hat der zweifache Vater viel zu verdanken: In seiner langen Zugehörigkeit überlebte er neun Bundespostminister und vier Telekomvorstände. Vor Beginn der Lehre war es sein Vater, der ihm die Telekommunikation als Zukunftsbranche empfahl. Konrad Theis fügte sich seinem Willen. "Als ich anfing, steckte eine Dame noch die Verbindungen", erinnert er sich. Der Wandel, den die Branche erlebt hat, fasziniert ihn bis heute. Nach seiner Ausbildung arbeitete er in verschiedenen technischen Dienststellen, bis er 1993 freiwillig für sechs Jahre nach Thüringen ging. Das Ziel: Vertriebsstrukturen aufbauen. "Mich reizte es, etwas zu bewegen", sagt er rückblickend. Die Gestaltungsmöglichkeiten waren deutlich größer als im Westen, weil es an verbindlichen Regelungen fehlte.
1997 kam er zurück nach Trier. Seine neue Aufgabe war es, Vertriebsstrukturen im Bereich Breitbandkabel bei der Telekomtochter Kabel Deutschland aufzubauen. Seit der Aufsplittung des Unternehmens 2003 arbeitet er bei der Telekomtochter Vivento. Seine Aufgabe: Verbeamtete Telekommitarbeiter an externe Behörden auszuleihen, um die Personalkosten des Unternehmens zu senken. Seine Hauptkunden sind die Jobcenter der Agentur für Arbeit, denen er die Kollegen vermittelt.
Man merkt, dass ihm die Aufgabe Spaß macht. "Ich hätte mir gut vorstellen können weiterzumachen", gesteht er.
Doch langweilen wird sich Konrad Theisen sicherlich nicht. Seit Jahren spielt er Tennis, wandert und reist gerne. Auch politisch hat er sich engagiert: als Ortsvorsteher von Trier-Zewen. Seinen Hobbys werde er sich jetzt intensiver widmen. khö