Vom Wald ins Atelier
Die Verbindung von Natur und Kunst erlebten zwölf Kinder bei einem Ferienspaß-Angebot des Trierischen Volksfreunds und der Tufa Trier. Unter Leitung des französisch-kolumbianischen Künstlers Mauricio Escobar schufen sie Skulpturen aus im Wald gesammelten Materialien.
Trier. Statt Pinselschwingen im Atelier eine Wanderung in den Wald am Petrisberg: So beginnt für Annika, Julian, Lena und neun weitere Kinder ein Kunstworkshop im Rahmen des TV-Ferienspaß. Die Tufa hat das Angebot im Rahmen ihres Kultursommerfestivals "Arbeitsplätze" entwickelt. Markus Mitschke, Projektleiter des Festivals, und die Künstler Laas Köhler und Mauricio Escobar begleiten die Fünf- bis Neunjährigen durch den Tag, der für Escobar zugleich Auftakt eines zweimonatigen Trier-Aufenthaltes ist. Denn als "Artist in Residence" wird er bis Ende August in einem öffentlichen Arbeitsprozess Kunst zur Tufa-Geschichte schaffen. Markenzeichen des international bekannten französisch-kolumbianischen Künstlers ist starke Naturverbundenheit, auch als Inhalt pädagogischer Arbeit. Entsprechend hat er mit den Ferienspaßkindern einiges vor. "Sie sollen im Wald Materialien sammeln, sich dabei spielerisch mit der Natur auseinandersetzen und ihre Inspirationen hinterher in einen künstlerischen Prozess umsetzen". Sobald die Kinder in der Nähe des Waldspielplatzes ausschwärmen, um mit Feuereifer Moos, Federn, Äste oder Rindenstücke zu sammeln, zeigt sich, wie die Natur ihre Fantasie beflügelt. "Guckt mal, ich habe ein Laufmännchen", ruft die neunjährige Clara und zeigt ein Bündel Äste. Wenig später trägt sie eine bizarr geformte Wurzel als Kopfschmuck. Jannik (8) findet es einfach schön, im Wald zu sein, und freut sich auf andere Bastelerfahrungen als in der Schule. Die erwarten ihn in der Tufa. Dort scharen sich die Kinder in kleinen Gruppen um eine acht mal vier Meter große Plane und errichten auf ihr fantasievolle Skulpturen. Mauricio Escobar gibt ihnen praktische Tipps und bittet sie, Namen, Worte, Sätze oder kleine Geschichten zu ihren Figuren zu erfinden. Bald vermischen sich reale Erfahrungen mit märchenhaften Vorstellungen, zum Beispiel von Waldriesen mit Moosfüßen, die die Kinder auf einer Tapetenbahn um ihre Skulpturen malen. Zum Schluss des Workshops sind die jungen Künstler stolz auf ihr Werk, für das sie auch einen Titel gefunden haben: "Wald der Künste". Überglücklich verkünden einige von ihnen, beim nächsten Ferienspaß-Workshop am Mittwoch, 30. Juli, wieder mitmachen zu wollen. Veranstalter Markus Mitschke lobt die Kinder: "Heute hat sich Picassos Ausspruch bestätigt: Jedes Kind ist ein Künstler".