Von Aida bis zur Artothek

Die Tufa Trier hat Sommerfest gefeiert und ist damit in ihre neue Veranstaltungssaison gestartet. Ein abwechslungsreiches Fest-Programm mit Live-Musik, Ausschnitten aus Tufa-Produktionen und Ausblicken auf anstehende Neuerungen zog Hunderte Besucher an. Großes Interesse galt der Eröffnung der 25. Artothek.

Trier. Sommerliche Witterung herrscht bei diesem Sommerfest der Tufa eher nicht, dafür aber buntes Treiben rund ums und im Trierer Kultur- und Kommunikationszentrum. Infostände, Pflanzentauschmarkt, ein rauchender Grill und eine Bühne, von der fetzige, tanzbare Live-Klänge der Freiburger Weltmusik-Band Äl Jawala schallen, laden draußen zum Umschauen und Verweilen ein.
Auch drinnen erwartet die Besucher volles Programm, aber erst, nachdem sie im Eingangsbereich auf Polsterstühlen probegesessen und ihr Votum für einen von ihnen abgegeben haben. Zum 30-jährigen Bestehen der Tufa im kommenden Jahr wolle sie sich nämlich hübsch machen, erklärt Tufa-Vorstand Klaus Reeh, und ihren Gästen nicht länger asketisches Sitzen auf hartem Holz zumuten. Für die komfortablen Sitzgelegenheiten veranschlagt die Tufa je rund 110 Euro, sie sollen durch Sponsoring und Patenschaften aufgebracht werden. Ab sofort können sich Spendenwillige an der Aktion beteiligen.
Entwürfe für eine Erweiterung


Und noch eine mögliche Veränderung kündigt sich im Eingangsbereich an: Dort hängen Entwürfe für einen Erweiterungsbau des großen Saales auf dem jetzigen Tufatopolis-Gelände. Ob oder wie sie Realität werden könnten, ist zurzeit noch in der Diskussion (der TV berichtete). Die Hochschule Trier werde mit einem eigenen Seminar einen Beitrag dazu leisten, kündigt Klaus Reeh an.
Vor und auf der Bühne des großen Saals dann zeigen die Tufa-Mitgliedsvereine, dass sie ebenfalls Neues zu bieten haben. Das Katz-Theater gibt per Video Ausblicke auf sein Stück "Wer hat Angst vor Virginia Woolf", das im Dezember Premiere feiert. Tufa Tanz e.V. stimmt auf "Perelin, der Nachtwald" ein, den am letzten Septemberwochenende zu erlebenden Sinnespfad im Rahmen des Festivals Intertanzional. Außerdem zeigen jugendliche und erwachsene Tänzerinnen tolle Streetdance- und Orientaltanz-Nummern.
Beeindruckend fallen Kostproben aus dem neuen Tufa-Musical "Aida" aus, das ab Anfang November mit zwölf Aufführungen auf dem Programm steht. Wie immer beim Sommerfest ist ein Höhepunkt die Eröffnung der Artothek. Dabei wird ein neuer Bestand von Kunstwerken, die gegen eine Gebühr von acht Euro monatlich ausgeliehen werden können, in Form einer Ausstellung gezeigt.
Der Andrang ist groß, und es wird ein Jubiläum gefeiert: die 25. Artothek. Anlass für Rainer Breuer, den Vorsitzenden der éditions trèves, die vor 35 Jahren bei der Stadt den Antrag zu Einrichtung einer solchen Institution gestellt hat, ihre Geschichte Revue passieren zu lassen. Fünf Jahre nach dem Antrag, zu Triers 2000-Jahr-Feier 1984, sei die Artothek nach einer Kunst-Ausstellung in der noch nicht ausgebauten Tuchfabrik zunächst in der Stadtbücherei eingerichtet worden, berichtet er. 1992 habe die Stadt sie dann der sich inzwischen künstlerisch gut entwickelnden Tufa "vererbt".
Anfangs habe der Bestand zweimal jährlich gewechselt, "nur deshalb feiern wir übrigens heute die 25. Artothek". Heute erlaubten ein größerer Archivraum und ein neues Regalsystem die ganzjährige Präsentation von 350 Werken. Damit sei die Tufa-Artothek die größte zwischen Bonn, dem Rhein- Main- und Rhein-Neckar-Raum. Mit einem Etat von 2500 Euro kauft die Artothek jährlich Kunstwerke an, die das Kunstgremium der Tufa aussucht.
Als dessen Repräsentantin stellt Gabriele Lohberg die aktuell erworbenen fünf Fotografien und Gemälde vor: "Bastille" von Rainer Breuer, "Der Ort Nr.1" von Modris Braslins, "Bauernmalerei" von Christian Credner, "Town Cemetary" von Huneke Lukas und "Alice" von Birte Metzdorf. Der Festabend in der Tufa klingt erst spät mit Musik, Tanz und Gesprächen aus.