1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Von Athen bis Bitburg und zurück

Von Athen bis Bitburg und zurück

Die Premiere des Theaterstücks "God" in der Tuchfabrik hat die Zuschauer verblüfft: Die ausverkaufte Veranstaltung in englischer Sprache überraschte mit witzigen Wendungen und regionalen Bezügen, und auch das Publikum war Teil der Inszenierung.

Trier. (eva) Sanfte Musik erklingt aus den Lautsprechern, der Vorhand öffnet sich, es ist das Athen im Jahre 500 vor Christus. Zwei griechische Männer namens Hepatitis und Diabetes stöhnen laut. Beide grübeln über ein realistisches Ende für Hepatitis' Theaterstück. Die Zeit drängt. Sie wollen die Theaterfestspiele von Athen gewinnen, und ohne Schluss ist dies kaum möglich.So begann in der Tufa in Trier die Inszenierung des Stücks "God". Der nachdenkliche Anfang wurde jedoch abrupt beendet: Spätestens als Doris aus Bitburg zwischen griechischen Säulen auf der Bühne stand, war es vorbei mit Grübelei und Ernsthaftigkeit. Grund für ihr Erscheinen war Hepatitis, der in seiner Verzweiflung, einen Schluss für sein Stück zu finden, das Publikum befragte. Philosophie-Absolventin Doris aus dem Publikum konnte ihm zwar nicht helfen, ließ Hepatitis aber schnell an etwas anderes denken. Ab jetzt folgten Auftritte zahlreicher grotesker Figuren: Personen der Antike, Blanche DuBois aus dem Stück "Endstation Sehnsucht" von Tennessee Williams, Touristen, die Erinnerungsfotos knipsten, und Schauspieler aus dem Publikum, die in die Handlung einbezogen wurden. Besonders lustig waren die regionalen Bezüge, die durch das ganze Stück gestreut wurden. So hörte man Sätze wie "She is from the ,Eifel'" oder "Trier-West is everywhere". Elke Nonn, Regisseurin des Stücks, erklärte, dass "God" ursprünglich in New York spielte. Man habe die Anspielungen einfach auf die Region gemünzt, damit man die Witze besser verstehe. Dieses Vorhaben ist definitiv gelungen. Auch einige Zuschauer waren sich nach der Aufführung einig: "Es war sehr abwechslungsreich, trotz englischer Sprache leicht verständlich, erfrischend — einfach mal was anderes. Wir haben uns an keiner Stelle gelangweilt und empfehlen das Stück es auf jeden Fall weiter." Das Stück wird noch am 25. Juni und 1. Juli immer um 20 Uhr im kleinen Saal der Tufa Trier gezeigt. Reservierungen unter Telefon 06581/3082 oder per E-Mail an christoph.nonn@t-online.de. Tickets kosten im Vorverkauf 5 Euro, an der Abendkasse 7 Euro