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Gastronomie
Von Avocado bis Zucchini – Zwei neue vegetarische Restaurants in Trier

 In der Grabenstraße, über dem Bekleidungsgeschäft, soll im Sommer das neue vegetarische Restaurant von Peter Brommenschenkel eröffnen.
In der Grabenstraße, über dem Bekleidungsgeschäft, soll im Sommer das neue vegetarische Restaurant von Peter Brommenschenkel eröffnen. FOTO: TV / Verona Kerl
Trier/Trierweiler. Gleich zwei vegetarische Restaurants eröffnen in nächster Zeit in der Innenstadt: Liebling Trier in der Rindertanzstraße und Oh! Bio Mio in der Grabenstraße. Die Konzepte sind so unterschiedlich wie die Betreiber. Von Verona Kerl
Verona Kerl

Auch wenn Petra Planer und Peter Brommenschenkel rein äußerlich nicht unterschiedlicher sein könnten, haben sie doch eins gemeinsam: Sie sind Vegetarier mit Leib und Seele. Daher spielten beide schon seit geraumer Zeit mit derselben Idee: in Trier ein vegan-vegetarisches Lokal zu eröffnen.

Während die gastronomischen Newcomer Petra Planer und Geschäftspartner Sebastian Würth mit „Liebling Trier“ in der Rindertanzstraße 15 bereits am 16. März starten wollen, visiert der erfahrene Gastro-Unternehmer Peter Brommenschenkel mittlerweile den Sommer an. „Leider“, sagt er. Geplant hatte er, die Türen zum Restaurant „Oh! Bio Mio“ in der Grabenstraße 10 ebenfalls im Frühjahr zu öffnen, doch das wird nicht mehr funktionieren. Baumaßnahmen wie etwa der Brandschutz müssten noch intensiv mit der Stadt geklärt werden.

 Sebastian Würth und Petra Planer besprechen die Inneneinrichtung ihres neues Lokals Liebling Trier in der Rindertanzstraße.
Sebastian Würth und Petra Planer besprechen die Inneneinrichtung ihres neues Lokals Liebling Trier in der Rindertanzstraße. FOTO: TV / Verona Kerl

Petra Planer und Sebastian Würth stecken dafür bereits mitten im Innenausbau. Geplant haben sie 44 Sitzplätze innen und zehn Plätze draußen. Der Zeitplan ist eng getaktet. Doch wenn Petra Planer von ihrem Projekt erzählt, vergisst sie Stress und Termindruck. „Es war schon immer mein Traum, ein Lokal zu eröffnen, in dem es gesundes Essen gibt – und zwar den ganzen Tag über. Wo Menschen sich einfach wohlfühlen.“

Kernelement von „Liebling Trier – café. deli. bowls“ sind Schüsseln (bowls), in denen Frühstück, Mittag- und Abendessen serviert wird. Die sind gerade groß im Trend. Buddhistische Mönche nehmen so ihre Mahlzeiten ein, in denen alle Nährstoffe enthalten sind, die der Körper braucht. „Bei uns kann man die Zutaten kombinieren und individuell auswählen. Alle Produkte kommen aus Bioanbau.“

Zweifellos sorgt eine Bowl für eine ausgewogene Ernährung und beinhaltet gesunde Leckereien: eine Sättigungsbeilage (Reis, Quinoa, Süßkartoffeln), Proteine, (Tofu oder Eier), Toppings (etwa Avocado, Sprossen oder Mango), und zum Schluss Kokosnussraspeln, Gojibeeren oder Chiasamen. Abgerundet wird das Gericht mit Soßen oder Dressings.

Weiter im Angebot sind Salate, Suppen, Porridge zum Frühstück, Kuchen (vegan oder auch nicht), Energiebällchen oder Chiapudding. „Wir werden das Obst selbst einkochen. Überhaupt ist bei uns alles frisch. Das Brot wird für uns gebacken und ist glutenfrei. Wir werden sogar einen eigenen Kaffee haben, einen Extra-Blend nur für das Deli.“

Die meisten Gerichte, die Petra Planer auf die Speisekarte schreibt, hat sie zu Hause in ihrer Küche in Trierweiler ausprobiert – und sie kritischen Test-Essern vorgesetzt.

Peter Brommenschenkel dagegen sieht sich noch nicht auf der ersehnten Zielgeraden. Zwar sind Pläne und Konzepte für sein Restaurant fertig, doch so recht kommt er nicht vom Fleck. Der Unternehmer wartet auf grünes Licht von der Stadt Trier. Über insgesamt 100 Plätze auf zwei Etagen, plus eine große Terrasse mit nochmal 35 bis 40 Sitzen und Blick auf den Dom, soll sein Restaurant „Oh! Bio Mio“ in der Grabenstraße verfügen. Seinem Biokonzept bleibt er treu. Daher tauft er das Veggielokal auf denselben Namen wie sein Bistro im Reformhaus Biogate. Als umtriebiger Geschäftsmann hat Brommenschenkel sich in der Szene umgesehen, Ideen und Anregungen aus Rotterdam und Düsseldorf mitgebracht. Demnächst fährt er in die Schweiz.

Er setzt auf Selbstbedienung und Auswahl. Und so werden sich seine künftigen Gäste an einem warmen und kalten Büfett ihre Speisen aussuchen oder sich vielleicht doch lieber für Pizza und selbst gemachte Pasta entscheiden. Die Kuchen werden von regionalen Bäckern stammen, Nachtischkreationen und eine große Suppenauswahl sollen dafür sorgen, dass jedes Leckermäulchen satt wird. Gezahlt wird an einer zentralen Kasse. „Wir versuchen, vieles in Eigenregie zu stemmen. Daher werden wir selbst gemachte Eistees und Limonaden anbieten. Und natürlich werden auch die alkoholischen Getränke in Bioqualität sein“, verspricht Brommenschenkel. „Vor allem aber wollen wir mehr Regionalität in das Sortiment aufnehmen.“

Konkurrenz belebt das Geschäft, heißt es so schön. Weder Brommenschenkel noch Planer und Würth fürchten den Wettbewerb. „Trier verträgt viel neuen Wind“, meint Petra Planer selbstbewusst. Und wer weiß, vielleicht wird der eine Vegetarier bei dem anderen Vegetarier sogar Stammgast.