Von der Polizei zum städtischen Amtsleiter
Trier · Jetzt hat er Zeit, sich Familie und Freizeitbeschäftigungen zu widmen: Jörg Elsen, Leiter des Ordnungsamtes, ist nach 47 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet worden.
Trier. Kaum einer hat wie Jörg Elsen in den zurückliegenden 47 Dienstjahren so viele Veränderungen zunächst bei der Polizei, dann bei der Stadt erlebt wie Jörg Elsen. Der 65-Jährige begann im Januar 1968 seine Tätigkeit bei der Polizei im Vollzugsdienst und wurde nun von Oberbürgermeister Wolfram Leibe als Amtsleiter des städtischen Ordnungsamts in den Ruhestand verabschiedet. Leibe dankte ihm für eine stets verlässliche und kompetente Mitarbeit in verantwortungsvoller Position.
1986 zum Polizeiamtmann befördert, kam Elsen 1987 durch die Änderung des Polizeiverwaltungsgesetzes als Stadtamtmann ins Rathaus. 1994 wurde er stellvertretender Amtsleiter des Ordnungsamtes, dessen Leitung er zwei Jahre später übernahm. Im Dezember 1999 wurde Elsen zum Oberamtsrat ernannt.Prostitution und Bombenfund
Wer Ordnungswidrigkeiten, Waffen- und Jagdrecht, Lotterien und Ausspielungen, Versammlungsrecht und das Thema Prostitution zum Aufgabengebiet hat, kann viel über turbulente Dienstjahre erzählen.
In besonderer Erinnerung ist Elsen der Einsatz beim Bombenfund neben dem Mutterhaus geblieben. "Hier war die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, den Rettungs- und Sanitätsdiensten, der Polizei, dem Kampfmittelräumdienst, den Ärzten und dem Pflegepersonal absolut professionell", sagt Elsen. Bei diesem Ereignis sei für ihn greifbar geworden, dass "alles erreichbar ist, wenn Menschen sich um der gestellten Aufgabe Willen richtig reinknien".
Insgesamt denkt Elsen gerne an seine berufliche Tätigkeit zurück. Doch die wachsende Bürokratisierung, beispielsweise das komplexe und komplizierte Haushaltssystem der Doppik, hat er zunehmend als Bürde empfunden. Und was die Mail-Manie angeht, per Kopie die ganze Verwaltung über oftmals eher unwichtige Vorgänge in Kenntnis zu setzen, "um sich den Rücken freizuhalten", wird der in Pfalzel wohnende Vater von drei Kindern und Großvater mehrerer Enkel in seinem neuen Lebensabschnitt laut Stadt wohl auch nicht vermissen. red