Von Konstantin lernen

"Kommunen müssen den Tourismus als Zukunfts-Industrie begreifen", sagte Alfred Müller von der Bitburger Braugruppe zur Eröffnung des 6. Bitburger Tourismus-Forums vor rund 200 Zuhörern. Und er hat recht: Bereits jetzt bringt der Tourismus im Bitburger Land rund 36 Millionen Euro Jahres-Umsatz. Wie dieses Potenzial noch besser genutzt und vermarktet werden kann, war Thema der Referenten-Vorträge.

Bitburg. Rad- und Wanderwege oder Reiter-Touren, Sehenswürdigkeiten, Wellness, Camping oder Ferien auf dem Bauernhof, Sterne-Küche oder Hausmannskost mit regionalen Produkten - in der Eifel kommt jeder Urlauber auf seinen Geschmack. Aber wie das Angebot an den Mann bringen? "Kooperation ist das Zauberwort", sagte Professor Andreas Kagermeier vom Fachbereich Tourismus-Geografie der Uni Trier und analysierte, was die Eifel von der erfolgreichen Konstantin-Ausstellung lernen kann. So sei erst durch die Kooperation von drei Trierer Museen die kritische Schwelle für überregionale Aufmerksamkeit erreicht worden. Und das zählt: Rund 30 Millionen Euro Gesamt-Umsatz habe Konstantin gebracht, die Hälfte der Besucher waren Übernachtungsgäste aus ganz Deutschland. Vorbildlich für Kooperation seien die "Kulturroute Echternach", die bis ins Bitburger Land führte und der "Eifelsteig", der mehrere "Destinationen" (also Reiseziele) verbinde. Zukünftig werde der "Tourismus als Traum-Fabrik", der die Gäste entführt in eine andere Welt, an Bedeutung gewinnen - wie bei der Trierer Veranstaltung "Brot und Spiele" oder dem Manderscheider Burgenfest. "Mit schönen Landschaften und Sehenswürdigkeiten allein schafft man es heute nicht mehr, Touristen zu locken", sagte auch Dirk Dunkelberg, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Tourismusverbands Bonn, der die Zukunft ins Visier nahm. 2030 sei jeder Dritte älter als 60 Jahre und die Senioren sind eine finanzstarke Gruppe - hinzu kämen unzählige Singles, während es die klassische Familie kaum noch gäbe. Den Reisemarkt der Zukunft beschrieb er als "Sehnsuchts-Markt". Mitten drin die rüstigen Senioren, "die es noch mal wissen wollen". Natur und Kulinarisches seien ebenso wie Wellness und Gesundheit weiter gefragt. Aber: "Es reicht nicht, Natururlaubern nur Natur zu bieten", erklärte Dunkelberg. Der Wanderer schätze auch ein Wellness-Angebot, der Radfahrer genieße auch historische Sehenswürdigkeiten. Der Schlüssel zum Erfolg ist für Dunkelberg bei alledem: eine hohe Qualität der touristischen Angebote und klassifizierte Unterkünfte, die den steigenden Erwartungen gerecht werden. Hintergrund Das Gute der Eifel: Einen Überblick über Sehens-, Wissens- und Erlebenswertes in der Eifel gibt die 25. Auflage des "Eifel Gäste-Journals", das die Tourist-Information Bitburger Land unter Leitung von Frank Schaal herausgibt. Mit Stolz wies Rudolf Becker vom Zweckverband Feriengebiet Bitburger Land in Vertretung des erkrankten Jürgen Backes, der das Forum mit der Bitburger Brauerei initiiert hat, auf das Jubiläums-Journal hin - zeigt es doch auch, wie die Eifel bereits kooperiert. So hat sich auch das Tourismus-Forum längst zum Erfolgs-Modell entwickelt. Ob Hoteliers, Kommunalpolitiker, Campingplatz-Betreiber oder Reiseveranstalter - hier treffen sie sich alle. Gesprächsstoff lieferte auch das Wort der neuen Zielgruppe "Prä-Senioren", zu der ab 45-Jährige zählen. "Best-Ager" klingt da schon freundlicher: Leute ab 60, die aussehen wie 50 und sich fühlen wie 40. (scho)

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