Von Rosport kam die Erleuchtung

Von Rosport kam die Erleuchtung

Zu Ehren ihres berühmten Sohnes, des Erfinders Henri Tudor (1859-1928), richtet die luxemburgische Grenzgemeinde Rosport ein Museum ein. Es soll Leben und Werk des Ingenieurs dokumentieren, der Pionierarbeit auf dem Feld der elektrischen Energie leistete.

Rosport. 1981 wurde die Idee geboren, im Mai 2009 soll sie mit der Einweihung des "Musée Henri Tudor" verwirklicht werden: Der kleine luxemburgische Grenzort Rosport wird seinem berühmten Sohn Henri Tudor, der 1859 auf dem Diesburger Hof bei Ferschweiler (Eifelkreis) das Licht der Welt erblickte, ein Museum widmen. Für rund 2,1 Millionen Euro wird zurzeit Tudors Fabrikanten-Villa, das Rosporter Schloss, für diesen Zweck umgebaut.Intensive Nutzung der elektrischen Energie

Henri Tudor, Sohn eines aus England stammenden Agrar-ökonomen, der in Rosport Hofgüter verwaltete, gelang es 1882, die bis dahin bekannten Akkumulatoren zu perfektionieren. Er ermöglichte damit eine intensive Nutzung der elektrischen Energie in vielen Lebensbereichen, angefangen von der Beleuchtung in Häusern und Straßen bis hin zu Anwendungen in Landwirtschaft, Industrie, Verkehr (Straßenbahnen) und Kriegsführung (U-Boot-Bau). Nicht nur Leben und Werk des Erfinders sollen sich in den Museumsräumen widerspiegeln, die Besucher sollen auch aktiv in die Entdeckungen und Erfahrungen um Tudor und die Elektrizität eingebunden werden. Anziehungspunkt für die ganze Region

So wird der Gast in der "Wohnstube Tudor" in die Zeit vor der Nutzung der Elektrizität eingeführt, in der Muskelkraft, Wasser, Wind und Dampf als Antriebskräfte genutzt wurden. Er findet "Aktivstationen", die zur interaktiven Beschäftigung mit elektrischer Energie einladen. Breiten Raum nehmen die Tudor'schen Erfindungen ein, auch auf den sozialhistorischen Kontext wird ein Schwerpunkt gelegt. So werden etwa die Gründung der Akkumulatoren-Fabrik in Rosport und der Bau der öffentlichen Beleuchtung im Jahr 1886 in Echternach dokumentiert.Die Konzeption des Museums ist so angelegt, dass später Sonderausstellungen zu Themen wie erneuerbare Energie, Globalisierung und Industrialisierung möglich sind.Die Gemeinde wolle mit diesem Projekt ihren Bürgern und den Touristen noch mehr bieten, sagt Rosports Bürgermeister Romain Osweiler. Tourismus-Minister Fernand Boden spricht von einem zusätzlichen Anziehungspunkt für die ganze Region. Rückenwind hatte das Projekt 1995 durch die Gründung eines Freundeskreises "Les Amis du Musée Henri Tudor" bekommen; im Juli 2000 hatte sich der Gemeinderat für die Ausarbeitung eines Vorprojekts ausgesprochen. Als die Finanzierung stand (die Kommune beteiligt sich mit 788 000 Euro) konnte 2006 der Museumsausbau in Angriff genommen werden. Das Museum soll am 29. Mai 2009 eingeweiht werden; im kommenden Jahr wird auch der 150. Geburtstag von Henri Tudor gefeiert, jenes Mannes, der die Elektrizität vom kleinen Rosport aus in die Welt hinaustrug.