Von Spanien nach Schottland

Besucherrekord beim Konzertabend Schlossakkorde des Föhrener Musikvereins: Mehr als 250 Zuhörer genossen den Auftritt des Blasorchesters. Als Gäste traten der Musikverein Harmonie Municipale Luxembourg-Gasperich und die Dudelsack-Band Spirit of the Highlands auf.

Föhren. Die schlechte Nachricht zuerst: Das Föhrener Schlosskonzert konnte wegen des schlechten Wetters nicht wie üblich im Hof des Schlosses Kesselstatt stattfinden. Die gute Nachricht: Es kamen mehr Gäste als in den beiden ersten Jahren der Konzertreihe - diesmal in die Schulturnhalle.
Das Publikum in der voll besetzten Halle erlebte eine fein nuancierte und akzentuierte Darbietung spanisch ausgerichteter Konzertliteratur mit hohem Schwierigkeitsgrad. Mit einem der Stücke, einem symphonischen Tanz, hatte der Musikverein "Meulenwald" 1955 Föhren im vergangenen November beim Wertungsspiel von der saarländischen Jury das Prädikat "sehr gut" erhalten.
Mit seinem temperamentvollen Spiel lieferte das Orchester unter Jochen Hofer auch diesmal eine bravouröse, sehr engagierte Leistung ab.
Mit "Innuendo" von Queen stiegen die Musiker gleich furios und gewaltig ein. Von filigran bis dramatisch: Das 45-köpfige Orchester zeigte die Bandbreite seiner Klangfarben bei der Suite mit Themen aus der Oper "Carmen" und dem Lied "Granada" des mexikanischen Komponisten Agustin Lara.
Die zweite Hälfte des Konzerts bestritten die Gastmusiker: Der Musikverein Harmonie Municipale Luxembourg-Gasperich und die Band Spirit of the Highlands aus Grevenmacher, letztere mit Dudelsäcken und Trommeln. Gemeinsam hatten sie ebenfalls passend zum Kultursommer-Motto "Eurovisionen" europäische Kompositionen ausgewählt. Sie stammten von den britischen Inseln und erinnerten an die Sage von König Artus und an schottische Kampflieder - schwermütig und getragen. Dabei kannte der Dudelsack, wie es für ihn typisch ist, nur eine Lautstärke: forte. Die Exoten im Kilt, die sich vor vier Jahren in Klausen zusammengetan haben, kamen gut an. Die musikalische Leistung des Gastgebervereins blieb jedoch ungeschlagen. sys