1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Von wegen einfach nur abhängen

Von wegen einfach nur abhängen

Jugendliche wollen heutzutage nur noch chillen, Alkohol trinken und ihre Ruhe haben: Von wegen! Bei der Geburtstagsfeier des Jugendringes Trier-Land konnten die Gäste ganz andere Facetten an Jugendlichen entdecken.

Newel. Sie halten bunte Schilder in die Höhe. Darauf stehen Orte wie Aach, Franzenheim, Hockweiler, Schleidweiler, Sirzenich, Ralingen, Igel und noch viele andere mehr. Es sind die Namen der Orte, in denen die Heranwachsenden in den dörflichen Jugendtreffs aktiv sind. Viele von ihnen sind dem Ruf nach Butzweiler ins Gemeindehaus gefolgt, um mit Politikern, Pädagogen und Jugendpflegerin Angela Wittmann den runden Geburtstag gemeinsam zu feiern.
Einer derjenigen, die nicht nur abhängen (chillen) wollen, ist Dominik Schuh. Der 26-Jährige aus Zemmer ist Vorstandsmitglied und sagt: "Der Jugendring macht viel für uns. Wir fahren zum Zelten nach Echternach, wir veranstalten für Kinder zu Ostern und im Herbst Aktionstage. Zu Halloween höhlen wir mit den Kids Kürbisse aus und erzählen ihnen Gruselgeschichten." Es sei für ihn selbstverständlich, sich im Dorf einzubringen und zu engagieren.
Der 22 Jahre junge Jens Jakobi ist Vorsitzender des Jugendrings. Sein Steckenpferd sei die Organisation von Partys und Konzerten, wie "Rock für Ruanda".
Der dritte Jugendliche ist Constantin Ney aus Schleidweiler, ebenfalls Vorstandsmitglied im Jugendring. Der 21-Jährige vertritt den offenen Jugendtreff Rodt. Seit fünf Jahren fährt er als Betreuer bei den Ferienspielen mit. Er berichtet: "Ich mache das gerne! Ich bin ja früher als Kind auch immer mitgefahren. Wir sind insgesamt 14 Betreuer und 85 Kinder." Er sei deshalb im Vorstand, weil er so im Dorf mitbestimmen könne, was für Angebote den Kindern und den Jugendlichen gemacht würden.
"Angela", so nennt er die Jugendpflegerin Angela Wittmann, "denkt sich die Aktionen aus und schlägt sie uns im Vorstand vor. Dann stimmen wir darüber ganz demokratisch ab. So kann ich mitbestimmen, das ist mir wichtig", sagt er. Und gerade das sei das Besondere am Jugendring: Die Jugendlichen dürfen selbst mitbestimmen.
Die studierte Pädagogin Angela Wittmann vernetzt unermüdlich die Jugendarbeit. Insgesamt sind es 50 Gruppen und Vereine, die im Jugendring Trier-Land organisiert sind. Davon sind mehr als 20 offene Jugendtreffs. Sie berichtet: "Wir belegen Platz 1 im Land Rheinland-Pfalz, denn bei uns gibt es die meisten offenen Jugendtreffs." In ihrer Rede betont sie: "Jugendliche haben in unserer Gesellschaft zumeist keine Lobby, obwohl sie, wie die Politiker immer behaupten, die Zukunft der Dorfes seien". Sie brauchen Räume, und die müssen Grenzen haben."
Nach ihrer Ansprache und den Grußworten von Bürgermeister Wolfgang Reiland, Arnold Schmitt (Landtagsabgeordneter) und Willi Arnoldy (Ortsbürgermeister) messen Jugendliche und die junggebliebene sGäste ihre Kräfte beim Kirschkernweitspucken und Bobby-Car-Rennen.
Extra

Der Verein Jugendring Trier Land ist ein freier Träger der Jugendpflege. Die Jugendpflegerin wird nicht von der Verbandsgemeinde gestellt. Als gemeinnütziger Verein will er die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördern. So schafft er Erlebnis- und Erfahrungsräume und macht Angebote für die Freizeitgestaltung. Er gibt Impulse, um die Persönlichkeit der jungen Menschen zu entwickeln. 50 Gruppen und Vereine sind angeschlossen, die der Verein bei der Organisation der Jugendarbeit berät. Er veranstaltet Kinderaktions- und Kulturtage, Drogen- und Gewaltpräventionskurse und Vorträge zur Asylpolitik. sj