Vor dem Vergessen bewahren

TRIER. (rm.) Heute startet der TV eine Serie mit historischen Fotos. Ab sofort finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, in jeder Donnerstagausgabe ein "betagtes" Bild, das Geschichte(n) erzählt. Das Foto zum Auftakt stammt aus dem Archiv von Adolf Welter. Mithilfe der TV-Leser hofft der Heimatforscher, auf die Spur des Fotografen Franz Idzior zu kommen.

5. Oktober 1930: Am Katharinenufer versammeln sich hunderte Veteranen zu einer Gedenkfeier für die 3593 im Ersten Weltkrieg gefallenen Angehörigen des in Trier stationierten Infanterie-Regiments 69. Ein noch wenige Wochen zuvor undenkbarer Akt. Aber nun sind die Franzosen nach elfjähriger Besatzungszeit abgezogen und damit auch Gedenkfeiern deutscher Kriegsteilnehmer möglich. Anderthalb Jahrzehnte später ist das Denkmal schon wieder von der Bildfläche verschwunden: Die Metallfigur wird im Krieg verschrottet, die Anlage nach 1945 demontiert. Die acht Gedenkkreuze für Trierer Regimenter stehen seither auf dem Hauptfriedhof.Markenzeichen: Beschriftung

Was Kenner auf den ersten Blick sehen: Dieses Foto stammt von Franz Idzior. Der Trierer Fotograf pflegte alle seine Aufnahmen mit genauem Datum, Anlass der Veranstaltung und seinem Namenszug zu versehen. "Dadurch sind viele wichtige Anlässe in Trier vor dem Vergessen bewahrt worden, was Heimatforscher mit Freude und Dankbarkeit feststellen können", betont Adolf Welter. Der 71-jährige Hobby-Historiker will Franz Idzior vor dem Vergessen bewahren und hat sich auf seine Spuren begeben: "Ich will das Schaffen dieses verdienten Mannes in Erinnerung rufen, denn er verdient Beachtung und Anerkennung." Dabei hofft er auf die TV-Leser: "Vielleicht können sie mir helfen, den Lebensweg von Idzior zu rekonstruieren, oder haben womöglich Fotos von ihm." Idzior wohnte zuletzt im Haus Bergstraße 67 und starb am 24. April 1947 im Alter von 65 Jahren. Bisher wurden 27 seiner Fotos in Beständen Trierer Sammler ermittelt. "Das aber", so vermutet Welter, "kann nur ein geringer Teil seines Schaffens sein." Alle bekannten Fotos zeigen Personengruppen und tragen Daten von 1926 bis 1935. Obwohl sie als Ansichtskarten gestaltet sind, konnte laut Welter "bisher kein einziges Exemplar festgestellt werden, das per Post verschickt wurde". Idzior - ein Spezialist für für persönliche Erinnerungsfotos? Und wieso gibt es keine (bekannten) Fotos aus seinen letzten zwölf Lebensjahren? "Ich bin für alle Hinweise auch über seinen Freundes- und Bekanntenkreis oder seine Lebensumstände dankbar", sagt Welter (seine Adresse: Reulandstraße 35, 54294 Trier; Telefon 0651/87224). Kommen genug Informationen und Fotos zusammen, will Welter daraus ein Buch machen. Wenn auch Sie ein historisches Foto besitzen, im TV veröffentlichen wollen und dazu eine Geschichte erzählen können, dann senden Sie beides unter dem Stichwort "Historische Fotos" mit Namen, Adresse und Telefonnummer für etwaige Rückfragen an die E-Mail-Adresse trier@volksfreund.de Wichtig für eine rasche Veröffentlichung ist, dass Ihre Geschichte knapp formuliert ist (etwa 60 Druckzeilen à 30 Anschläge). Das (gescannte) Foto sollte von hinreichender Qualität sein. Die Lokalredaktion freut sich auf Ihre persönliche(n) Geschichte(n).

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