Vor-Zeichen der Sanierung

TRIER-OST. Weil die Konstruktion der Brücke der Hermesstraße über die Bahngleise angegriffen ist, wird das derzeit provisorische Halteverbot zur Dauereinrichtung. Zudem wird es eine Tonnagebegrenzung für Fahrzeuge geben.

Sie hält schon lange nicht mehr das, was sie verspricht - die Hermesstraßen-Brücke über die Bahngleise in Trier-Ost. Aber erst jetzt wird es richtig Ernst. "Für die Brücke wurde ein Parkverbot angeordnet", sagt Ralf Frühauf, Pressesprecher der Stadt Trier. Es handele sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme. Grund: Die Brückenkonstruktion ist sanierungsbedürftig und soll bis zur Reparatur des Brückenkörpers nicht unnötig belastet werden. Für Lastwagen tabu

Wann diese Sanierung beginnt, kann Frühauf noch nicht sagen. Nach seinen Informationen würden Arbeiten in einem mittelfristigem Zeitraum angegangen. Wenn es dann soweit ist, soll einer der beiden Träger der Brücke ausgetauscht werden. Wie teuer diese Arbeiten für die Stadt Trier werden, konnte Frühauf nicht sagen. Die vor Ostern aufgestellten mobilen Parkverbotsschilder mit dem Hinweis "Ab 13. 4. 06. Von 6 bis 16 Uhr. Auch auf dem Gehweg" wurden nach einem Foto im TV mit den Hinweis "Auch auf dem Gehweg" überklebt. Die mobilen Schilder würden jedoch bald durch fest stationierte ersetzt, teilt Frühauf mit. Damit nicht genug: "Es wird eine Tonnagebegrenzung für die Brücke geben." Dann dürfte ähnlich wie im Bereich der Aulstraße die Brücke für Lastwagen tabu sein. Frühauf ging im Gespräch mit dem TV nicht davon aus, dass vor und hinter der in Trier-Ost gelegenen Brücke ähnliche Konstruktionen errichtet werden müssen wie im Bereich Aulstraße. Diese sollen durch die Beschränkung der Durchfahrtshöhe dafür sorgen, dass keine zu schweren Fahrzeuge die Brücke benutzen. Die zahlreichen Schrammen an den insgesamt drei Hindernissen zeigen jedoch, dass einige Fahrer die Höhe ihrer Fahrzeuge unterschätzen. Zu so drastischen Maßnahmen wird die Stadt wohl nicht greifen müssen, da das Hermesstraßen-Bauwerk vorwiegend von Anliegern genutzt wird. Nur ab und zu verirrt sich ein Reisebus oder ein Lastwagen in diese Gegend. Die schweren Fahrzeuge werden in Zukunft den Weg durch die engen Straßen des Gartenfelds nehmen müssen, um in den Bereich Charlottenstraße/Hettnerstraße oder Hermesstraße zu kommen. Für die Stadt Trier kommt die nun fällige Sanierung auch deshalb ungelegen, weil die Kommune zu dem Bauwerk kam wie die Mutter zum Kinde. Im Jahr 1994 musste die Stadt sieben Brückenbauwerke von der Deutschen Bahn übernehmen. Grundlage dafür war die Änderung des Eisenbahnkreuzungs-Gesetzes im Zuge der damaligen Bahn-Reform. Es handelt sich dabei um die Brücke "Im Schammat"/"Am Sandbach", die Bahnüberführungen Aulstraße und Hermesstraße, die Überführung Metternichstraße/"Am Grüneberg", die so genannte Pfeiffers Brücke in Trier-Ehrang (unterhalb der B 53) sowie die Bahnüberführung "Zum Löschert" in Trier-Ehrang. Mit den Bauwerken übernahm die Stadt auch die Verantwortung und die Verkehrssicherungspflicht (der TV berichtete). Fast zwölf Jahre lang herrschte relative Ruhe, nun meldet sich an immer mehr Brücken der Zahn der Zeit unerbittlich zu Wort und zwingt zum Handeln. Seit der Übernahme der Bauwerke 1994 wendete die Stadt rund 160 000 Euro für Reparaturen und Sicherungsmaßnahmen an den Brücken auf. Mit diesem Mittelansatz wird die Stadt jedoch nicht über die nächsten Jahre kommen. Allein die Kosten für die neue Aulstraßen-Brücke liegen bei rund 2,5 Millionen Euro. Hinzu kommen Abrisskosten von 250 000 Euro.